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Ramadan: Religiöses Fasten erfordert besonderen Gesundheitsschutz

Am 1. August hat für Muslime in Deutschland der Fastenmonat Ramadan begonnen. Besonders Arbeitsmediziner sind jetzt gefragt, Aufklärung zu leisten und ausführliche Beratungen anzubieten, um gesundheitliche Beeinträchtigungen der fastenden Muslime zu vermeiden.

Mit Beginn des neunten Monats des islamischen Mondkalenders ist es Gläubigen bis zum 29. August von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang untersagt, jegliche Arten von Speisen oder Flüssigkeiten zu sich zu nehmen. Jedoch kann das auch mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen einhergehen, warnen Betriebsärzte: "Vor allem der Verzicht auf Flüssigkeiten hat Auswirkungen auf das Wohlbefinden und den Gesundheitsschutz – speziell bei schwerer körperlicher Arbeit im Hochsommer. Die Folgen sind Konzentrationsstörungen und Dehydrierung. Daher ist zu überlegen, ob die Unternehmen jetzt durch Gespräche der Betriebs- und Werksärzte mit ihren muslimischen Mitarbeitern sicherstellen, dass diese sich nicht gefährden", so Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

 

Religiöses Fasten – nicht um jeden Preis

Obwohl der Ramadan eine der fünf Säulen des Islam ist, muss das Fasten nicht in jedem Fall eingehalten werden. Die Gebote und auch Verbote der Religion haben immer dann zurückzutreten, wenn es im Konfliktfall um die Gesundheit oder sogar die Lebenserhaltung geht. So dürfen beispielsweise Personen, denen aus gesundheitlichen Gründen vom Fasten abzuraten ist, alternativ einen Bedürftigen mit Speisen versorgen oder die versäumten Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

 

Betriebliche Aufklärung kann Eigenverantwortung nicht ersetzen

Wichtigste Aufgabe der Betriebs- und Werksärzte ist es jetzt, Aufklärung zu leisten und ausführliche Beratungen anzubieten, wobei diese unterstützende Hilfe aber nicht die eigene Verantwortung der fastenden Muslime ersetzt. "Gesundheitliche Beratung sollte auch während der Fastenzeit möglich sein. Viel wichtiger ist jedoch der Respekt und das ehrliche Interesse der Mitarbeiter an den Glaubensgeboten – das trägt wesentlich zu einem gesunden innerbetrieblichen Klima bei", betont Dr. Panter.

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