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Mobbing - was ist das eigentlich?

Mobbing meint nicht ein schlechtes Betriebsklima, einen gelegentlich ungerechten Vorgesetzten oder den üblichen Büroklatsch: Das Bundesarbeitsgericht hat Mobbing 1997 definiert als das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte.

Mobbing kann generell jede und jeden treffen. Dabei werden Männer eher auf der fachlichen Ebene attackiert, Angriffe gegen Frauen kommen dagegen vermehrt im sozialen Miteinander vor.

Mobbing findet häufig auf der gleichen Hierarchieebene statt, oft von oben nach unten, gelegentlich aber auch von unten nach oben. Mobbing lässt sich nicht auf ein simples Täter-Opfer-Schema reduzieren.

 

Was sind Mobbinghandlungen

Mobbinghandlungen können Angriffe, Ausgrenzungen oder Verletzungen sein: Da wird z. B. ein Kollege mundtot gemacht oder alle verlassen den Raum, wenn die Kollegin ihn betritt oder jemand wird ständig als Versager bezeichnet. Auch Attacken gegen die Lebenssituation - hier spielt z. B. Homosexualität immer wieder eine Rolle - oder die Gesundheit gehören dazu.

 

Ursachen von Mobbing

Warum kommt es dazu, dass Kollegen andere Kollegen schikanieren, bis diese krank werden? Was treibt einen Chef dazu, seine Mitarbeiter zu drangsalieren, bis sie kündigen? Die Ursachen dafür sind vielfältig. Oft kommen mehrere zusammen. Zu den wichtigsten Auslösern zählen:

  • Mängel in der Arbeitsorganisation, z. B. unbesetzte Stellen oder mangelhaftes Zeitmanagement;
  • Schwächen im Führungsverhalten, z. B. mangelnde Vorbildfunktion der Vorgesetzten oder Vernachlässigung der Fürsorgepflicht;
  • eine besondere soziale Stellung der Betroffenen, z. B. Geschlecht, Nationalität oder Behinderung;
  • Schwächen in der betrieblichen Moral wie Wegschauen bei falschem Verhalten, Ignorieren oder Duldung.

 

Auswirkungen von Mobbing

In Deutschland wurde laut Mobbing-Report der BAuA jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter schon einmal gemobbt - durchschnittlich 16 Monate lang. Die Betroffenen stehen so unter Druck, dass sie in ihrer Leistung nachlassen und krank werden.

Am Ende bleibt meist nur die Kündigung. Die betriebswirtschaftlichen wie gesellschaftlichen Auswirkungen sind immens. Doch nur langsam decken wissenschaftliche Untersuchungen die Ursachen und Auswirkungen auf, nennen Zahlen und schaffen so eine Grundlage für präventive Handlungsmöglichkeiten.

 

Prävention von Mobbing

Im Unternehmen sollte klar vereinbart sein, wie miteinander umgegangen wird. Die Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit hat dazu geführt, dass in Unternehmen und Organisationen zunehmend Mobbingvereinbarungen abgeschlossen werden.

Informationsveranstaltungen, ausgebildete Mobbingbeauftragte im Betrieb sowie ein vorbildhafter Führungsstil tragen dazu bei, das Thema aus der dunklen Welt des "Psychoterrors" herauszuholen und ohne Tabu präventiv dagegen anzugehen.

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