01.12.2011 | Sicherheit

Hohe Belastungen bei Instandhaltung von Industrieanlagen

Industrieanlagen sollen möglichst störungsfrei laufen. Deshalb werden sie regelmäßig gereinigt und gewartet. In den letzten Jahren übernehmen diese Arbeit während der produktionsfreien Zeiten meist Fremdfirmen. Die Arbeit ist oft mit hohen gesundheitlichen Belastungen verbunden, wie eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) belegt.

sonders gefährlich sind diese Tätigkeiten, da es bisher keine einheitlichen Regelungen für Instandhaltungsarbeiten gibt.

Ausgewertet wurden die Arbeitsbedingungen, die Belastungen durch das Einatmen von Gefahrstoffen sowie Belastungen der Haut. Drei Serviceunternehmen wurden in ihren unterschiedlichen Arbeitsumgebungen untersucht.


Bei allen Instandhaltungsarbeiten kam es zu Belastungen durch Gefahrstoffe. Die Servicemitarbeiter waren unterschiedlich gut dagegen geschützt. Da die Sicherheitsanforderungen in der Mineralölindustrie am höchsten sind, gab es dort am wenigsten Beanstandungen.

Gefahrenpunkte

Die Mitarbeiter aller Servicefirmen

  • müssen in engen Räumen arbeiten,
  • werden bei der Durchführung ihrer Arbeiten häufig alleine gelassen.

In den Müllverbrennungsanlagen kommt hinzu

  • dass die Arbeitsplatzgrenzwerte für einatembare und alveolengängige Stäube zum Teil drastisch überschritten werden,
  • dass technische Schutzmaßnahmen wie Absauganlagen nicht überall eingesetzt werden können. Hier muss der persönliche Atemschutz optimal sein. In der Untersuchung war dieser allerdings nicht ausreichend.

Die Reinigungskräfte

  • sind ständig wechselnden, teilweise erhöhten Stoffbelastungen etwa durch Lösemittel ausgesetzt,
  • erfahren durch die ständig wechselnden Arbeitsbedingungen oft nur mangelhafte Förderung eines gesundheitsgerechten und sicheren Arbeitsplatzes,
  • müssen ihre Arbeiten ausführen, während auch die vorhandenen technischen Schutzmaßnahmen zum Teil außer Betrieb sind,
  • tragen persönliche Schutzausrüstung, die nicht in allen Fällen vor Hautbelastungen schützt.

Die Wissenschaftler fordern

  • Die Festlegung einer einheitlichen Regelung für Instandhaltungsarbeiten.
  • Konkrete Vorgaben zum Arbeitsschutz vom Auftraggeber bereits in der Ausschreibung.
  • Konkrete Angaben zu den Arbeitsschutzmaßnahmen des Auftragsnehmers im Angebot.
  • Sicherstellung der Erreichbarkeit und Ansprechbarkeit eines weisungsbefugten Koordinators.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsstätte

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