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Diagnose Allergie - Albtraum am Arbeitsplatz

„Reizende“ Jobs: Ob Friseure, Bäcker, Reinigungskräfte, Bauarbeiter oder Personal im Gesundheits- und Pflegedienst – in diesen und vielen anderen Berufen sind Arbeitnehmer ständig allergieauslösenden Stoffen ausgesetzt. Daher setzt sich der Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW) gezielt für bessere Arbeitsbedingungen von Allergikern ein.

Gerade vor dem Beginn des Ausbildungsjahres ist dieses Thema aktuell, denn oft wissen die Betroffenen gar nicht, dass und auf welche Stoffe in ihrem Arbeitsumfeld sie allergisch reagieren.


Viele Arbeitsplätze können betroffen sein

„Jährlich brechen etwa 30.000 Jugendliche aus gesundheitlichen Gründen ihre mühsam gesuchte Ausbildung ab. Ein erhöhtes Risiko besteht in praktisch allen Berufen, in denen man viel mit Wasser, Chemikalien, Lebensmitteln, Schmutz, Staub, Pflanzen oder Tieren in Berührung kommt“, erklärt Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW).

 

Prävention am Arbeitsplatz

In den meisten Fällen werden die Reizstoffe über die Haut aufgenommen. Daher reichen oft schon die richtigen Schutzhandschuhe oder der Wechsel des Modells, wenn der Beschäftigte auf die Gummi-Inhaltsstoffe reagiert, um eine allergische Reaktion zu verhindern.

„Ziel ist immer, den Arbeitsplatz und darüber hinaus die Berufstätigkeit der Mitarbeiter zu erhalten“, so Dr. Panter. Handschuhe, die zuverlässig schützen, und abgestimmte Hautpflegeprodukte muss der Arbeitgeber zur Verfügung stellen.

 

Schutzmaßnahmen richtig anwenden

Meist leiden die Betroffenen unter Asthma oder allergischen Kontaktekzemen. Vor allem der Aufklärungsbedarf bei gefährlichen Stoffen auf dem Bau ist nach wie vor sehr hoch. Dort bereiten Epoxidharze aktuell die größten Sorgen, weil sie oft und viel eingesetzt werden und bei geringem Hautkontakt massive Ekzeme verursachen können.

Bei allergischen Atemwegserkrankungen muss eine individuelle Lösung in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt gefunden werden. Dr. Panter unterstreicht: „Gegen alle Stoffe besteht grundsätzlich die Möglichkeit, sich zu schützen – man muss die Schutzmaßnahmen nur richtig anwenden.“

 

Betriebsärzte arbeiten mit Hautärzten Hand in Hand

Betriebsärzte bieten den Arbeitnehmern kompetente Hilfestellung. Zusammen mit Hautärzten wird ein mehrstufiges Konzept entwickelt, das den Betroffenen mit medizinischer Betreuung und persönlicher Beratung im Arbeitsalltag unterstützt.

„Einige Unfallversicherungsträger bieten außerdem spezielle Seminare an. Hier lernt der Betroffene, seine Beschwerden am Arbeitsplatz in den Griff zu bekommen“, erklärt Dr. Panter.

Bei schweren Erkrankungen ist auch ein längerer Klinikaufenthalt möglich. Dort werden Betroffene intensiv betreut und geschult, wie sie mit ihrer Allergie umgehen können.

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