| Rassismus und Antisemitismus im Betrieb

Rechtsextremismus aktiv entgegentreten

Rassistischen und antisemitischen Äußerungen aktiv entgegentreten, statt schweigen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Dem Rechtsextremismus kann man auch in der Mitte der Gesellschaft, bei Kollegen oder Geschäftspartnern begegnen. Dann heißt es, den richtigen Ton zu finden und nicht schweigend darüber hinwegzugehen. Aber wie begegnet man rassistischen Äußerungen am effektivsten?

Seit 2002 sammelt eine Arbeitsgruppe an der Universität Leipzig Daten zur politischen Mitte in Deutschland und wertet sie aus. Die Ergebnisse der letzten 10 Jahre zeigen: In Deutschland ist Ausländerfeindlichkeit weit verbreitet. Eine rechtsextreme Einstellung ist ebenfalls erkennbar. Sie ist abhängig von den Generationen sowie von Ost und West. Zudem spielt das Geschlecht eine Rolle. Männer sind eher rechtsextrem ausgerichtet als Frauen.

Wenn sich der "nette" Kollege als Rassist entpuppt

"Das Schwierige an einer Intervention in diesen Situationen ist die Notwendigkeit, aus einem kuscheligen Wohlfühlzustand heraus in eine Konfrontation zu gehen", wie es die Broschüre "Stopp, so nicht!" des Vereins "Mach' meinen Kumpel nicht an!" auf den Punkt bringt. Doch wichtig ist, dass man rechtsextreme Äußerungen nicht einfach stehen lässt.

Tipps zum Umgang mit rassistischen und antisemitischen Äußerungen

Die Broschüre "Stopp, so nicht!" gibt Tipps, wie Mitarbeiter sich verhalten können, wenn ein Kollege ihnen mit rassistischen Sprüchen begegnet, z. B.:

  • Fragen Sie bei Pauschalaussagen nach, was er damit konkret meint, wie er darauf kommt oder ob er persönlich solche Erfahrungen schon gemacht hat. In vielen Fällen lassen sich Vorurteile schon durch eine solche Nachfrage entlarven.
  • Nehmen Sie den Blickkontakt mit beteiligten Mitarbeitern auf, wenn Sie in der Gruppe stehen.
  • Bleiben Sie sachlich, auch wenn das Gegenüber persönlich wird.

Fehlender Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund schürt Vorurteile

Ein wichtiger Zusammenhang, den die Wissenschaftler ermittelt haben, ist, dass fast 75 % der Westdeutschen, aber nur 36 % der Ostdeutschen, Kontakt zu Migranten haben. Personengruppen, die keinen solchen Kontakt haben, sind deutlich ausländerfeindlicher. Weitere Ergebnisse der Studie sind:

Ausländerfeindlichen Aussagen stimmen zu:

  • 23 % der Befragten im Westen, bei den bis 1930 Geborenen ist der Durchschnitt deutlich höher,
  • 32 % im Osten, wobei hier der Wert bei den ab 1981 Geborenen signifikant ansteigt.

Antisemitischen Aussagen stimmen zu:

  • In Westdeutschland knapp 10 %.
  • In Ostdeutschland gute 6 %.

Ein rechtsextremes Weltbild haben:

  • 16 % der vor 1930 sowie
  • 10 % der vor 1950 Geborenen im Westen.
  • In Ostdeutschland sind es vor allem die seit 1971 Geborenen. Von ihnen sind gut 10 % rechts ausgerichtet.

Deutlich wird bei der Studie auch, dass eine geschwächte Gesellschaft anfälliger für extreme Meinungen ist. Wer sich wirtschaftlich oder sozial benachteiligt fühlt, stimmt rechtsextremen Positionen eher zu.

Schlagworte zum Thema:  Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus

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