| RoHS II

Neue Elektro- und Elektronikgeräte-Stoffverordnung in Kraft getreten

Elektrische Bauteile enthalten gefährliche Stoffe. Ein paar werden durch die ElektroStoffV begrenzt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Seit 9. Mai 2013 gilt eine neue Elektro- und Elektronikgeräte-Stoffverordnung (ElektroStoffV). Die Liste der Geräte, bei denen Stoffe, wie Blei, Quecksilber, Cadmium, Chrom-VI sowie bestimmte Flammschutzmittel, verboten sind, wurde deutlich erweitert. Hersteller, Importeure und Vertreiber müssen sich daran halten.

Die Verwendung von bestimmten gefährlichen Stoffen in elektrischen und elektronischen Geräten und Bauteilen wird in der europäischen Union durch die RoHS-Richtlinie beschränkt. Die Umsetzung der Verordnung läuft seit einigen Jahren und erfolgt in mehreren Stufen. Mit Inkrafttreten der neuen Elektro- und Elektronikgeräte-Stoffverordnung (ElektroStoffV) gelten die Beschränkungen nun im Gegensatz zum früheren ElektroG im Grundsatz für alle elektrischen und elektronischen Geräte, auch für Kabel und Ersatzteile.

ElektroStoffV verlangt EU-Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung

Nur wenn eine EU-Konformitätserklärung gemäß § 11 ausgestellt und am Gerät eine CE-Kennzeichnung angebracht worden ist, dürfen Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr gebracht werden.

Weitere Punkte, die bei bei der ElektroStoffV zu beachten sind:

  • Die Verordnung gilt für das Inverkehrbringen von neuen Elektro- und Elektronikgeräten. Unter „Inverkehrbringen“ ist das erstmalige Bereitstellen eines Gerätes auf dem Markt der Europäischen Union gemeint.
  • Gebrauchte Geräte und Antiquitäten sind von der Verordnung nicht betroffen.
  • Geräte, die für militärische Zwecke genutzt werden, ortsfeste industrielle Großwerkzeuge, Photovoltaikmodule sowie Verkehrsmittel zur Personen- oder Güterförderung sind von der Verordnung ausgenommen.
  • Für Geräte, die bereits RoHS-Grenzwerte einhalten müssen, gilt: die Zahl der verbotenen Stoffe sowie die Grenzwerte bleiben zunächst gleich.
  • Ob die Stoffverbote für ein Ersatzteil zutreffen, hängt davon ab, ob die Verbote für das jeweilige Gerät bereits gelten oder nicht.
  • In bestimmten Produktbereichen gelten unterschiedlich lange Übergangsfristen, zum Teil bis 2019.

Zuwiderhandeln ist teuer

Wer gegen die Stoffbeschränkungen handelt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Sie kann zu einem Bußgeld bis zu 100.000 EUR führen. Auch der Verstoß gegen die Kennzeichnungs- bzw. Informationspflichten können mit Bußgeldern bis 100.000 EUR geahndet werden.

VERE e.V. / Haufe Online Redaktion

Elektroindustrie, RoHS, Schwermetall, Quecksilber