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Mobbing - Schutzpflichten des Arbeitgebers

Psychoterror, Intrigen, Denunziationen und üble Nachreden bis hin zu Sabotagen terrorisieren und drangsalieren immer mehr Mitarbeiter in den Betrieben. Je größer die Angst um den eigenen Arbeitsplatz ist, desto mehr sinkt die Hemmschwelle. In Teil 1 unserer Serie informieren wir über die Schutzpflichten des Arbeitgebers.

Der Arbeitgeber hat das allgemeine Persönlichkeitsrecht des Arbeitnehmers gegen Eingriffe durch Kollegen oder Vorgesetzte zu schützen.


Was ist eigentlich Mobbing

Mobbing meint nicht schlechtes Betriebsklima, einen gelegentlich ungerechten Vorgesetzten oder den üblichen Büroklatsch: Das Bundesarbeitsgericht hat Mobbing 1997 definiert als das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte.

Mobbing kann generell jede und jeden treffen. Dabei werden Männer eher auf der fachlichen Ebene attackiert, Angriffe gegen Frauen kommen dagegen vermehrt im sozialen Miteinander vor.

 

Arbeitsrechtliche „Waffen“ des Arbeitgebers

Die Mittel, die der Arbeitgeber gegenüber mobbenden Arbeitnehmern einsetzen kann sind, je nach den Umständen des Einzelfalls, neben Rüge oder Ermahnung die Abmahnung, die Versetzung bis hin zur Kündigung (vgl. auch § 12 Abs. 3 und 4 AGG).

Darüber hinaus hat der Arbeitnehmer auch einen Unterlassungs- oder Schadensersatzanspruch gegen den Arbeitgeber selbst, soweit das Mobbing von diesem ausgeht bzw. das Verhalten Dritter nicht von ihm unterbunden wird.

 

Präventive Maßnahmen

Im Unternehmen sollte klar vereinbart sein, wie miteinander umgegangen wird. Die Entwicklung in der jüngsten Vergangenheit hat dazu geführt, dass in Unternehmen und Organisationen zunehmend Mobbingvereinbarungen abgeschlossen werden.

Informationsveranstaltungen, ausgebildete Mobbingbeauftragte im Betrieb sowie ein vorbildhafter Führungsstil tragen dazu bei, das Thema aus der dunklen Welt des "Psychoterrors" herauszuholen und ohne Tabu präventiv dagegen anzugehen.

 

Arbeitgeber hat einen Ermessensspielraum

Es besteht ein Ermessensspielraum des Arbeitgebers, mit welchen Maßnahmen er auf Belästigungen eines Arbeitnehmers reagiert. Allerdings hat der Arbeitnehmer zunächst nur Anspruch auf ein "rechtsfehlerfreies Ermessen". Wenn allerdings die Abwägung objektiv eine ganz bestimmte Maßnahme fordert, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf deren Durchführung.

Schlagworte zum Thema:  Mobbing

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