01.02.2012 | Sicherheit

Knigge im Netz: Rechtsextremen in sozialen Netzwerken widersprechen

Bild: Haufe Online Redaktion

Wer in sozialen Netzwerken oder Foren mit rechtsextremen Statements in Berührung kommt, sollte diese nicht einfach stehen lassen. Sonst fühlten sich die Rechten als Meinungsführer, warnt die Amadeu Antonio Stiftung in einer neuen Broschüre, die erklärt, welche Nazis in sozialen Netzwerken unterwegs sind und wie sie versuchen, Jugendliche und Erwachsene anzusprechen.

Nutzer könnten zum Beispiel schreiben: "Das ist rassistisch, belästigen Sie mich nicht damit! Das passt nicht in dieses Forum."


Nicht beleidigend oder ausfallend werden

Nutzer fragen besser ruhig und sachlich nach Beispielen und Belegen, entlarven Verallgemeinerungen und - soweit bekannt - rechtsextreme Quellen und lassen sich nicht vom Thema abbringen. "Themen-Hopping" sei eine beliebte Nazi-Strategie.

Auch ein Verweis auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Netzwerks oder des Forums sowie das Melden des Beitrags an den Betreiber seien nützliche Maßnahmen.

Argumentieren Sie mit den Menschenrechten

In der Diskussion ist es immer hilfreich, mit Menschenrechten und Gleichwertigkeit zu argumentieren. Auf Nützlichkeitsdiskurse, zum Beispiel über "gute" und "schlechte" Migranten sollte man sich den Angaben zufolge gar nicht erst einlassen.

Wie im realen Leben auch gilt es für Internetnutzer, Opfer zu schützen und sich Verbündete zu suchen. Wenn Unterstützung nicht von allein kommt, bittet man andere User darum.

Nazis im Netz entlarven

Rechtsextremismus der alten Schule ist in sozialen Netzwerken kaum noch zu finden. Stattdessen klinken sich Nazis subtiler bei Themen wie Kindesmissbrauch oder Tierschutz in Diskussionen ein.

Oder sie versuchen, mit angeblich selbst erlebten Multikulti-Horrorgeschichten oder Themen wie der europaweiten Öffnung der Arbeitsmärkte Rassismus und Demokratiefeindlichkeit zu platzieren.

Welche kulturellen und jugendkulturellen Codes Rechtsextreme dabei verwenden, erklärt anschaulich die vom Bundesjustizministerium geförderte Broschüre "Zwischen Propaganda und Mimikry - Neonazi-Strategien in Sozialen Netzwerken".

 

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Schlagworte zum Thema:  Social Media

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