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| Aus für Umweltgift

Herstellung und Anwendung von Flammschutzmittel HBCD verboten

Dämmmaterial gibt's auch ohne bromierte Flammschutzmittel.
Bild: Rainer Sturm ⁄

Es steckt in Dämmplatten, als Zusatzstoff in Beton, in elektrischen Geräten, Textilien oder Polstermöbeln: Hexabromcyclododecan, kurz HBCD. Und es ist ein langlebiges Umweltgift, das sich im Organismus anreichert. Deshalb darf die Chemikalie nun nicht mehr hergestellt werden.

Es gibt weder Dämmplatten noch Polstermöbel in der Arktis. Doch das Flammschutzmittel HBCD kann man dort trotzdem finden. Die Chemikalie findet ihren Weg bis in den letzten Winkel der Welt. Und da sie im Verdacht steht, fortpflanzungsschädlich zu sein, wurde der Stoff in der Europäischen Union unter REACH bereits als besonders besorgniserregend eingestuft.

Im Mai 2013 wurde nun auf der UN-Chemikalienkonferenz beschlossen, den Stoff in der Stockholmer Konvention über persistente organische Schadstoffe, kurz POPs, aufzunehmen. Das Umweltbundesamt (UBA) begrüßte diese Entscheidung, die zur Folge hat, dass mit einer einjährigen Übergangsphase das weltweite Herstellungs- und Anwendungsverbot für HBCD gilt.

Materialien mit Flammschutzmittel HBCD werden zu kostspieligem und gefährlichem Abfall

Viele Häuser sind in den vergangenen Jahren mit Platten aus Polystyrol wärmegedämmt worden. Damit das Dämmmaterial Polystyrol den Brandschutzanforderungen entspricht, wurde ihm meist das Flammschutzmittel HBCD beigesetzt. Umweltschützer haben schon früh davor gewarnt, dass spätestens bei der Entsorgung Probleme auftreten werden. Denn dann müssen die Dämmplatten aufwendig und kostspielig als gefährlicher Sondermüll entsorgt werden.

Übergangsfristen noch unklar

Auch wenn das HBCD-Verbot grundsätzlich ab Sommer 2014 gilt, haben Chemiefirmen möglicherweise viel Zeit, sich umzustellen. Das ist allerdings davon abhängig, ob der jeweilige Staat das will. Wenn ja, darf in diesem Land noch fünf Jahre, also bis im Sommer 2019 , HBCD für Dämmplatten hergestellt und diese Platten dürfen so lange verbaut werden.

Flammschutz - weniger umwelt- und gesundheitsschädliche Alternativen

Es gibt bereits Ersatzstoffe für HBCD. Und wer ganz auf chemischen Flammschutz bei der Dämmung verzichten möchte, kann zum Beispiel Mineralwolle einsetzen, so das Umweltbundesamt (UBA).

Haufe Online Redaktion

Wärmedämmung, Flammschutzmittel, Umweltschutz

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