03.10.2013 | Faire Kleidung

Auf das richtige Siegel achten

Faire Kleidung erkennt man am richtigen Siegel.
Bild: Haufe Online Redaktion

Immer mehr Menschen ist es nicht egal, wie ihre Klamotten hergestellt werden, wie fair beispielsweise die Arbeitsbedingungen beim Anbau der Baumwolle sind. Wer sicher gehen will, dass er wirklich faire Kleidung trägt, sollte auf das richtige Siegel achten.

Immer mehr Verbraucher achten beim Einkauf auf Umwelt- und Sozialstandards. Die hohe Nachfrage ruft allerdings auch viele Anbieter auf den Plan, die zwar mit fairer Produktion werben, ihr Versprechen aber nicht halten. Darauf weist Sandra Dusch Silva hin. Sie ist bei der Nichtregierungsorganisation Christliche Initiative Romero (CIR) für Grüne Mode zuständig und hat eine Studie zu Siegeln und Labels in der Textilbranche erstellt.

Ob Kleidung ethisch hergestellt und gehandelt wurde, ist oft schwer zu erkennen

"Leider gibt es tatsächlich sehr, sehr viele, die Augenwischerei betreiben", warnt die Expertin. Der Preis sei oft kein Indiz, sagt Dusch Silva. Auch in Discountern gebe es ab und zu Aktionen mit Produkten, die ökologisch und sozialverträglich hergestellt wurden. Um sicherzugehen, muss der Käufer auf ein Siegel achten.

Gute Siegel für faire Kleidung zeichnen sich durch Unabhängigkeit aus

"Ein schlechtes Zeichen ist es, wenn sich ein Unternehmen selbst ein Siegel ausstellt", sagt Dusch Silva. Außerdem sollten die Kontrollen nicht nur einmal am Anfang stattfinden, sondern regelmäßig - und zwar von einem externen Prüfer. Das A und O sind die Standards. Sind die zu gering, bringt auch das Siegel kaum etwas.

Als vertrauenswürdig stuft die CIR 4 Siegel für faire Kleidung ein

  • Fairtrade: Das runde Logo in Blau, Grün und Schwarz erinnert an das chinesische Yin-Yang-Zeichen. Es zertifiziert verschiedene Produktgruppen, von Kaffee bis Kleidung. Dusch Silva empfiehlt das Siegel, weil es etwa einen sehr hohen Standard hinsichtlich fairer Arbeitsbedingungen für die Arbeiter beim Anbau von Baumwolle hat. Allerdings sage das Label immer nur etwas über die Bedingungen bei der Herstellung eines Produktes aus, aber nichts über die Bedingungen bei der Weiterverarbeitung. Deshalb rät Dusch Silva, auf Verpackungen mit dem Fairtrade-Logo immer auch nach dem Logo Fair Wear Foundation zu suchen.
  • Fair Wear Foundation: Das Logo zeigt die 3 Worte in farbigen Lettern untereinander - mal weiß, mal schwarz, mal rot, mal blau. Über dem Wort Fair hängt ein Kleiderbügel. Es zertifiziert Kleidung, deren Hersteller faire Arbeitsbedingungen in weiterverarbeitenden Textilfabriken bieten.
  • GOTS: Soziale und ökologische Kriterien berücksichtigt der Global Organic Textile Standard (GOTS). Das grüne Logo mit dem weißen Hemd darauf zertifiziert Naturfasern eher für den breiten Markt.
  • IVN Best: Höher anzusehen und nur für einen kleinen Markt ist nach Einschätzung der Expertin das Label IVN Best des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN), ein rundes Logo in Dunkelblau. "Es ist der höchste realisierbare Ökostandard in der Textilbranche", erklärt Dusch Silva. Es zeichnet Kleidung aus, die zu 100 % aus Naturtextilien besteht.

Mehr zum Thema soziale und gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen finden Sie auf unserer CSR-Themenseite.

Schlagworte zum Thema:  Nachhaltigkeitscontrolling, Nachhaltigkeitsmanagement, Lieferantenkette, CSR

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