04.09.2012 | Umweltschutz

Zweitnutzung für Smartphones

Voll im Trend: Altes Smartphone verschenken
Bild: MEV-Verlag, Germany

Smartphones sind voll im Trend. Und wie bei allen neuen Technologien kommen immer wieder neue auf den Markt. Das alte Smartphone verschwindet in der Schublade. Doch das sollte nicht sein. Besser für die Umwelt sind Recycling oder eine weitere Nutzung.

Bei der Herstellung eines Smartphones ist die Auswirkung auf die Umwelt am größten: 60 Prozent des Energiebedarfs und der Treibhausgas-Emission, die ein solches Gerät verursachen, entstehen sozusagen in der Geburtsstunde. Je länger man es nutzt, desto besser wäre das für die Umwelt. Die Erstnutzung von Smartphones beträgt in Deutschland zurzeit im Durchschnitt zwei Jahre.

Problem für den Umweltschutz: unterschiedliche Ladegeräte

Sind die Smartphones erst mal am Start, ist ihr Energiebedarf äußerst gering. Sie kommen selbst bei intensiven Nutzern mit rund sechs Kilowatt Strom pro Jahr aus. Was allerdings ärgerlich ist: Fürs Aufladen braucht jedes Modell noch immer sein eigenes Ladegerät.

Bereits 2009 hatten sich die Hersteller gegenüber der Europäischen Kommission zwar verpflichtet, ein einheitliches Ladegerät einzuführen. Doch das ist bisher noch nicht erfolgt. Der Vorteil wäre für die Umwelt, dass weniger Ladegeräte produziert werden müsste. Bei deren Produktion wird auch die meiste Energie verbraucht, nämlich 57 Prozent. Und der Verbraucher? Er bräuchte nur ein Universalladegerät und könnte bei Bedarf bei anderen Nutzern sein Smartphone aufladen.

Sinnvoll für den Umweltschutz: Recycling

Beim Recycling werden vor allem die knappen Rohstoffe wie Kobalt aus den Akkus oder auch die wertvollen Edelmetalle wie Gold, Silber und Palladium wieder gewonnen und der erneuten Nutzung zur Verfügung gestellt. Das ist bei dem rasanten Anstieg des Verkaufs von Neugeräten interessant. 2011 waren allein in Deutschland 43 Prozent der Mobiltelefone Smartphones. Weltweit wurden 494 Millionen verkauft. Für 2016 rechnet man mit einem Absatz von über 1,16 Millionen, so das Marktforschungsunternehmen IDC.

Verlängerte Nutzungsdauer schont die Umwelt

In der Zweit- oder Drittnutzung der recht teueren mobilen Geräte liegt noch Potential. Bisher erhöht sich dadurch die Nutzungsdauer durchschnittlich um ein halbes Jahr. Doch immer mehr nutzen ihr altes iPhone als Musikanlage weiter, andere schenken es Familienangehörigen oder verkaufen es an Freunde. Auch an Sammelstellen kann man Smartphones abgeben. Sie werden dann als gebrauchte Geräte wieder in den Handel gebracht. Eine Aktion, die sich lohnt.

Ausführlichere Informationen liefert der Studienbericht PROSA Smartphones – Entwicklung der Vergabekriterien für ein klimaschutzbezogenes Umweltzeichen des Öko-Institut e.V., Freiburg.

Schlagworte zum Thema:  Smartphone, Umweltschutz, Recycling, Gefährlicher Abfall

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