24.10.2012 | Umweltschutz

Weniger Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen aber höhere Schäden

Altöle- Stoffe mit sehr hoher Wassergefährdung
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Im Jahr 2011 ereigneten sich 8,4 Prozent weniger Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen als 2010, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) meldet. Die Zahlen lagen in fast allen Bereichen sogar unterhalb des langjährigen Mittels, das seit 1997 bestimmt wird.

Insgesamt wurden 7,5 Millionen Liter freigesetzt, der Mittelwert liegt bei knapp 8,8 Millionen. Die Menge entspricht 300 Tanklastzügen und lag deutlich unter dem Vorjahreswert von mehr als 24 Millionen Liter. Doch selbst wenn man den großen Unfall 2010 in einer Anlage zum Lagern und Abfüllen von Jauche, Gülle und Silagesickersäften (JGS) abzieht, bei dem 14 Millionen Liter freigesetzt wurden, sieht man, dass 2011 ein besseres Jahr war.

Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen – weniger, dafür höhere Schäden

Die Unfälle bei der Beförderung sind zum Beispiel innerhalb eines Jahres von 1623 Unfällen auf 1460 gesunken. Auf der anderen Seite zeigt sich hier aber, dass weniger Unfälle nicht immer gleichbedeutend sind mit weniger Schaden.

Trotz weniger Transportunfälle wurden 2011 nämlich knapp 2,4 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor lief es nur knapp eine halbe Million Liter aus und das langjährige Mittel liegt auch bei knapp unter einer Million. Bei der Wiedergewinnung konnte man nur 28 Prozent verzeichnen, während es 2010 stolze 63 Prozent waren, durchschnittlich sind es etwas über 50 Prozent. Schuld an dem geringen Wiedergewinn 2011 hatten vor allem zwei Unfälle mit Binnentankschiffen.

Ursachen und Maßnahmen bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen

Zu den häufigsten Unfallursachen zählten das Versagen von Schutzeinrichtungen, Materialmängel an Behältern sowie menschliches Fehlverhalten. Zu den wichtigsten Maßnahmen der Zurückgewinnung von freigesetzten Stoffen zählten das Umpumpen und Umladen.

Die Menge macht’s

Während manche Stoffe bereits in geringen Mengen für Wasser und Umwelt eine Gefahr darstellen, macht es bei anderen die Menge aus, so etwa bei Jauche, Gülle oder Silagesickersäfte (JGS). Sie sind in keine Wassergefährdungsklassen eingestuft. Doch werden sie in großer Menge freigesetzt, gefährden sie die Umwelt. Beim Umgang mit JGS in gewerblichen Betrieben und privaten Haushalten wurden immerhin knapp 3,6 Millionen Liter freigesetzt.

Schlagworte zum Thema:  Wassergefährdungsklasse

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