16.06.2014 | Gesundheitsschutz und WM

Gefährliche Chemikalien in Fanartikeln

Gefährliche Chemikalien in Fanartikeln können zum Eigentor für die Gesundheit werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Trikot, Schuhe und Fußbälle sind zur WM 2014 wieder ein absoluter Verkaufsschlager. Die Trikots leuchten in den Nationalfarben. Für die Schuhe werben die Spieler. Und so kickt die Weltbevölkerung in teurer Markenkleidung. Doch in vielen dieser Fanartikel stecken gefährliche Chemikalien.

Greenpeace hat Fußballschuhe, -handschuhe, Trikots sowie den WM-Fußball testen lassen. 33 Produkte insgesamt, die in verschiedenen Ländern der Welt hergestellt und in anderen Ländern gekauft wurden. Fast immer wurden die beiden Labors in Großbritannien bzw. Deutschland fündig.

Chemikalien in Fanartikeln machen wasser- und schmutzabweisend

Untersucht wurde u. a. auf per- und polyfluorierte Chemikalien (wie PFOS oder PFOA). Sie haben z. B. wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften. Außerdem wurde nach Nonylphenolethoxylate (NPE) gesucht, die als Tenside in der Textilherstellung oder als Emulgatoren und Weichmacher in Kunststoffen verwendet werden.

Gefährliche Chemikalien mit besorgniserregenden Eigenschaften - alle Marken betroffen

PCFs gehören schon lange zu den Chemikalien mit besorgniserregenden Eigenschaften. DMF gilt als fortpflanzungsgefährdend, akut toxisch und gesundheitsschädlich. Weitere gefährliche Chemikalien, die in WM-Produkten gefunden wurden, sind: Perfluorbutansulfonsäure (PFBS), Nonylphenolethoxylate (NPE) und Phthalate.

  • Alle 21 Paar Fußballschuhe wurden positiv auf Dimethylformamid (DMF) getestet; 19 davon mit einem Wert (bis zu 280 mg/kg) oberhalb des Grenzwertes von 10 mg/kg, der vom deutschen Ausschuss für Gefahrstoffe und dem Umweltschutzzeichen Blauer Engel für Schuhe und Handschuhe festgelegt ist.
  • 17 von 21 Fußballschuhen enthielten ionische PFC.
  • Von 13 Produkten lag der PFOA-Gehalt des Textilobermaterials oberhalb des EU-Grenzwertes.
  • 10 Fußballschuhe von Adidas und 10 von Nike wurden untersucht. Je nach Chemikalie waren zwischen 7 und 10 belastet. Auch in dem einen getesteten Schuh von Puma wurden gefährliche Schadstoffe nachgewiesen.
  • Die höchste Konzentration von PFOA fand sich im Fußballschuh Adidas Predator, der in Indonesien produziert und in der Schweiz verkauft wird. Der Wert lag mehr als 14 mal über dem unternehmensinternen Grenzwert.
  • Von den 4 getesteten Torwarthandschuhen der Marken Adidas, Nike und Puma enthielten alle mindestens eine giftige Chemikalie.
  • Auch bei den T-Shirts wurden Chemikalien nachgewiesen.

Greenpeace fordert, auf den Einsatz giftiger Chemikalien zu verzichten

Greenpeace hat die Studie unter dem Titel „Rote Karte für Sportmarken“ veröffentlicht. Darin fordert die Umweltorganisation die Unternehmen u. a. dazu auf, ihre eigenen unternehmensinternen Grenzwerte einzuhalten und ab 2020 ganz auf den Einsatz giftiger Chemikalien zu verzichten.

Übrigens: Auch andere "Alltagsgegenstände" enthalten besorgniserregende Stoffe, z. B. Outdoorklamotten oder Mousepads.

Schlagworte zum Thema:  Besonders besorgniserregende Stoffe, SVHC, REACH

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