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Soziale Konflikte lassen sich lösen

Bild: Haufe Online Redaktion

Soziale Konflikte gehören untrennbar zum Arbeitsalltag. Ist man unmittelbar beteiligt, macht dies die Situation nicht leichter – im Gegenteil. Denn Konflikte trüben unsere Urteilskraft. Wie Sie dennoch zu einer für alle Beteiligten akzeptablen Lösung des Konfliktes beitragen, erfahren Sie hier.

Wie sich ein Konflikt entwickelt, hängt größtenteils von unserer Grundhaltung ab. Diese beeinflusst maßgeblich den Verlauf der Konfliktinteraktion. Die Grundhaltungen unterscheiden sich letztlich danach, wie wichtig die Beziehung zur jeweils anderen Partei ist und wie stark sich jede Partei durchsetzen will.


Kienbaum Expertentipp: Ihre Konfliktgrundhaltung

Hinterfragen Sie in einer aktuellen Konfliktsituation einmal Ihre eigene Grundhaltung:

  • Wie wichtig sind Ihre eigenen Ziele?
  • Inwieweit sind Sie bereit, Ihre Ziele aufzugeben?
  • Wie wichtig ist Ihnen die Beziehung zu Ihrem Konfliktgegner?
  • Wie bedauerlich wäre es, wenn die Beziehung sich negativ entwickeln würde?
  • Mit welchem Ziel treten Sie in die Interaktion mit Ihrem "Konfliktgegner"?
  • Welcher Konfliktausgang wäre für Sie optimal?

 

Die niederlagenlose Methode der Konfliktbewältigung

Ist Ihnen die Beziehung zu Ihrem Konfliktgegner wichtig, so stellt sich die Frage, wie Sie die Kommunikation gestalten können, ohne für eine der beiden Parteien eine Niederlage auszulösen. Wenn man sich in einer Konfliktsituation befindet, ist es in der Regel schwierig, objektiv zu urteilen und daraufhin gemeinsam zu einer für beide Seiten akzeptablen Lösung zu gelangen.

Um die Wahrnehmungsfähigkeit beider Konfliktparteien wieder zu öffnen, schlägt der amerikanische Psychologe Thomas Gordon einen strukturierten Gesprächsablauf vor, der im deutschsprachigen Raum unter dem Namen der "niederlagenlosen Methode der Konfliktbewältigung" bekannt ist und eine Konfliktlösung in 5 Schritten ermöglichen soll.

 

1. Konflikt benennen

In einem ersten Schritt geht es darum, den Konflikt zu benennen und sachlich zu beschreiben. Signalisieren Sie Interesse an einer Lösung und wählen Sie einen günstigen Zeitpunkt für das Klärungsgespräch, so dass sich jeder auch richtig darauf einlassen kann.

2. Motive des anderen erkennen

Die Wünsche, Bedürfnisse und Motive des anderen zu erkennen und zu akzeptieren, ist Teil des zweiten Schrittes. Dafür ist es unabdingbar, dass Sie Ihrem Gegenüber mitteilen, worin er Sie verletzt hat.

Senden Sie Ich-Botschaften und vermeiden Sie Beschuldigungen. Fragen Sie Ihr Gegenüber, welche seiner Bedürfnisse und Interessen Sie durch Ihr Verhalten verletzt haben. Hören Sie aktiv zu und spiegeln Sie seine Äußerungen, wenn dies zur Klarheit beiträgt.

Wichtig: Geben Sie eigene Fehler offen zu, damit signalisieren Sie Ihre Verhandlungsbereitschaft.

3. Ideen zur Konfliktlösung sammeln

Nachdem Sie ein Verständnis für die Motivlage des anderen gewonnen haben, ist es Zeit, Ideen zur Konfliktlösung zu sammeln. Lassen Sie sich Zeit dabei. Ziehen Sie keine voreiligen Schlüsse und ermutigen Sie auch Ihr Gegenüber, seine Ideen einzubringen.

4. Auf eine gemeinsame Lösung einigen

Wenn Sie genug Vorschläge zusammengetragen haben, gilt es, diese gemeinsam zu bewerten. Überprüfen Sie die gesammelten Ideen kritisch daraufhin, ob Ihre Wünsche und Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Versuchen Sie nun, sich mit Ihrem Gegenüber auf eine Lösung zu einigen. Wichtig: Gehen Sie keine „faulen“ Kompromisse ein, sondern äußern Sie sich ehrlich, wenn Ihnen eine vorgeschlagene Lösung unannehmbar erscheint.

5. Weiteres Gespräch falls Problem nicht gelöst

Wenn Sie sich letztlich auf eine Lösung geeinigt haben, betrachten Sie diese als vorläufig und probieren Sie sie aus. Sollte sich später herausstellen, dass das Problem damit nicht gelöst ist oder die Abmachung noch einer Ergänzung bedarf, bitten Sie um ein weiteres Gespräch.

 

Es klappt nur, wenn beide Parteien bereit sind, an dem Konflikt zu arbeiten

Die Methode der niederlagenlosen Konfliktbewältigung verlangt von den Konfliktpartnern einiges an Mut. Sie kann nur dann funktionieren, wenn beide Parteien bereit sind, an dem Konflikt zu arbeiten. Wenn sie gelingt, kann sie jedoch eine gute Grundlage für ein vertrauensvolles (Arbeits-)Verhältnis bilden.

 

Hinweis: Auszug aus dem Buch "Matthias T. Meifert (Hrsg.): Führen. Die erfolgreichsten Instrumente und Techniken".

Schlagworte zum Thema:  Konflikt, Psychische Belastung, Konfliktlösung

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