25.02.2013 | Prävention gegen Psycho-Stress

So halten es die Betriebe mit dem Arbeitsschutzgesetz

Stress am Arbeitsplatz wird oft nicht in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Krank durch Psycho-Stress ist in allen Branchen ein Thema. Allerdings kaum ein Thema ist Psycho-Stress bei der Gefährdungsbeurteilung. Doch wer die Ursachen nicht sehen will, kann auch nichts dagegen unternehmen.

Eine Repräsentativumfrage der Beschäftigten zum DGB-Index „Gute Arbeit“, 2012, belegt, dass das Arbeitsschutzgesetz in deutschen Unternehmen selten zum Schutz vor psychischen Belastungen umgesetzt wird.

Gefährdungsbeurteilung beinhalten kaum Fragen nach psychischen Stressfaktoren.

Arbeitsbedingungen verursachen Psycho-Stress

Drei Ergebnisse der DGB-Umfrage zu den Arbeitsbedingungen belegen die negative Entwicklung.

  • Die Arbeitsintensität ist für 80 Prozent der Beschäftigten weiter gestiegen.
  • Insgesamt 56 Prozent müssen häufig oder oft bei der Arbeit hetzen.
  • Nach der Arbeit fühlen sich 44 Prozent sehr häufig oder oft leer und ausgebrannt.

Gefährdungsbeurteilungen sind eher selten

Erschreckend niedrig sind dagegen die Prozentzahlen, wenn man sich die Ergebnisse auf die Fragen zur Gefährdungsbeurteilung anschaut.

  • Nur 28 Prozent der Beschäftigten geben an, dass an ihrem Arbeitsplatz eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wurde.
  • Die meisten Gefährdungsbeurteilungen, 56 Prozent, werden im Bereich der Energieversorgung durchgeführt. Dagegen berichten nur 2 Prozent der Beschäftigten im Gastgewerbe von solchen Beurteilungen.

Nach Psycho-Stress werden nur 9 Prozent befragt

Dort, wo eine Gefährdungsbeurteilung stattgefunden hatte, wurde nur bei 33 Prozent auch nach psychischen Belastungen gefragt. Anders ausgedrückt bedeutet das: Nur insgesamt 9 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland werden im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach Stressfaktoren wie Zeitdruck, Arbeitsintensität oder mangelhaftes Führungsverhalten befragt.

Größere Unternehmen interessieren sich mehr für ihre Beschäftigte

Auffallend ist, dass es auch von der Unternehmensgröße abhängt, ob eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt wird und was dabei bewertet wird. Je größer der Betrieb, desto eher und häufiger wird ein Arbeitsplatz beurteilt und dabei auch nach psychischen Belastungen gefragt. Vor allem bei kleinen Unternehmen bis 20 Beschäftigten wird dagegen nur selten überhaupt eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung, Gefährdungsbeurteilung, Stress

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