03.09.2012 | Psychische Erkrankungen

Betriebskrankenkassen belegen Zunahme

Psychische Erkrankungen nehmen zu.
Bild: Haufe Online Redaktion

Psychische Erkrankungen nehmen deutlich zu. Gleichzeitig steigen dadurch die Arbeitsunfähigkeitstage und die Krankheitskosten. Eine genaue Aufschlüsselung etwa nach Geschlecht, Alter und Diagnosen bietet der Bundesverband der Betriebskrankenkassen in seinem BKK Faktenspiegel.

Die hohe Zahl an Depressionen ist kein typisch deutsches. Psychische Erkrankungen sind ein wachsendes Problem in ganz Europa. Wie häufig in Deutschland eine psychische Diagnose allerdings gestellt wird, hängt unter anderem davon ab, wo die betroffene Person lebt. Regionale Unterschiede gibt es vor allem zwischen Ost- und Westdeutschland.

Die wichtigsten Fakten zu psychischen Erkrankungen im Überblick

  • Von 2009 auf 2010 stiegen die krankheitsbedingten Ausfalltage (AU-Tage) um 1,3 Prozent. Die volkswirtschaftlichen Kosten durch psychische Störungen sind in Deutschland seit 2005 um 23 Prozent gestiegen.
  • Die Zahl der Psychiater und Psychotherapeuten je 100.00 Einwohnern hat sich seit dem Jahr 2000 im Westen mehr als verdoppelt und im Osten mehr als verfünffacht.
    Fachleute gehen davon aus, dass in Europa zurzeit sechs Prozent aller Einwohner an einer starken Depression leiden.
  • Die meisten AU-Tage je 100 BKK-Pflichtmitgliedern gab es mit 291 in Hamburg, gefolgt von Berlin mit 275. Die wenigsten AU-Tage verzeichnete Thüringen mit 174 und Bayern mit nur 166.
  • Junge Menschen leiden häufiger an Depressionen als alte, Frauen häufiger als Männer und Menschen mit einem niedrigen sozioökonomischen Status (SoS) häufiger als die mit einem hohen.
  • An Burnout erkranken dagegen weniger die Jungen, dafür eher die 50- bis 59-Jährigen, Frauen etwas mehr als Männer. Bei dieser Erkrankung ist ein höherer sozialökonomischer Status (SoS) auffällig.
  • Alkohol ist die häufigste Ursache bei vollstationären Krankenhausfällen für eine psychiatrische Hauptdiagnose. Danach folgen depressive Episoden oder Störungen.
  • Im Alter zwischen 40 bis 49 Jahren sowie jeweils zehn Jahre davor und danach ist die psychische Beanspruchung bei Mitarbeitern am größten, laut einer Umfrage unter Personalmanagern.
  • Frauen bekommen häufiger Antidepressiva verschrieben als Männern.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung, Burn-out-Syndrom

Aktuell

Meistgelesen