05.12.2012 | Nanotechnologie

Nanoskalige Stoffe und REACH

Nanoskalige Stoffe sollen jetzt auch im Rahmen von REACH reguliert werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Berichterstattung über Nanotechnologie geht in den Printmedien zurück. Das Thema rückt in den Hintergrund. Auf der anderen Seite werden Nanomaterialien immer genauer betrachtet. Aktuell wegen der Einordnung von nanoskaligen Stoffen in die REACH-Verordnung.

Ob das eine mit dem anderen zusammenhängt? Ein gewisser Zusammenhang wäre möglich. Die Euphorie und die positive Berichterstattung über die zukunftsweisende Technologie hat seit 2000 in journalistischen Beiträgen deutlich nachgelassen, so eine Langzeitstudie der Universität Mannheim und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Vielleicht weil der individuelle Nutzen und das Risiko für die Bürger schwer greifbar sind. Selbst die Wissenschaftler haben ihre Schwierigkeiten, die kleinsten Teile in ihrer Komplexität zu untersuchen.

Forderungen an die Charakterisierung von Nanomaterialien fehlen

Bereits im Mai 2013 endet die nächste große Registrierungsphase für Stoffe unter REACH einschließlich von Stoffen in Nanoform. Doch bei REACH gibt es zurzeit weder Forderungen an die Charakterisierung von Nanomaterialien noch ein spezifisches Prüfprogramm dafür. Durch Forschungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) soll sich das ändern.

Anwendbarkeit von vorhandenen Prüfmethoden

Der Forschungsbericht vermittelt, wie schwierig es ist, Nanomaterialien nach bestehenden Vorgaben einzuordnen. Ein wichtiger Teil des Berichts ist die Analyse, ob vorhandene Prüfmethoden der REACH-Verordnung auf Nanomaterialien anwendbar sind und welche weiteren Eigenschaften im Rahmen einer Regulierung der Nanomaterialien geprüft werden müssen.

Die für herkömmliche Stoffe entwickelten Verfahrensvorschriften sind, so ein Ergebnis, grundsätzlich auch auf nanoskalige Stoffe anwendbar. Allerdings stellten die Wissenschaftler fest, dass die Analyse von nanoskaligen Materialien bei allen Methoden viel zu aufwändig ist. Zudem ergeben sich aus der geringen Partikelgröße weitere Schwierigkeiten.

Forderung nach vereinheitlichten Anweisungen

Das abschließende Fazit der Studie „Charakterisierung von nanoskaligen Eigenschaften chemischer Stoffe als Grundlage für die Regulierung im Rahmen der REACH-Verordnung“ lautet: Damit eine umfassende Charakterisierung von nanoskaligen Stoffen möglich ist, müssen die Durchführungsanweisungen für eine Analyse im Detail vereinheitlicht werden. Nur dann ist es möglich, die Stoffe in REACH einzuordnen.

Schlagworte zum Thema:  Nanotechnologie, Nanopartikel, Nanomaterialien, REACH

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