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Gefährlich für die Umwelt

Nanopartikel sind für die Umwelt gefährlicher als bislang bekannt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Nanopartikel sind für die Umwelt gefährlicher als bislang bekannt. Eine Studie der Universität Koblenz-Landau zeigt, dass der Fokus von Standard-Tests nicht ausreicht. Durch sie wird die Gefahr bisher falsch eingestuft

Normalerweise wird in einem Testverfahren zu Nanopartikeln nur die direkt betroffene Generation auf die Auswirkungen untersucht. Diese Elterngeneration ist bisher immer unauffällig. Nun haben Wissenschaftler der Universität Koblenz-Landau die nächste Generation genauer betrachtet. Dabei kam ein überraschend anderes Ergebnis heraus. Die nachkommende Generation reagiert zwei- bis fünfmal empfindlicher auf Nanopartikel als ihre Eltern.

Wichtiges Teil der Nahrungskette beeinträchtigt

Die Tests wurden, wie üblich, an Wasserflöhen durchgeführt. Sie leben in Flüssen und Seen und sind bedeutend für die Nahrungskette. Da sie einfach zu züchten sind und insgesamt empfindlich auf Schadstoffe reagieren, sind sie für die Wissenschaft auch für Untersuchungen mit Nanopartikeln interessant.

Erst die zweite Generation zeigt Auswirkungen

Die Wissenschaftler konnten bei der zweiten Generation von Wasserflöhen eine beeinträchtigte Schwimmfähigkeit nachweisen. Nun wird vermutet, dass die Überlebensfähigkeit der Tierchen durch eine schlechtere Schwimmfähigkeit eingeschränkt sein könnte. Eine weitere Auswirkung könnte zudem sein, dass die Tiere sensibler auf Pestizide oder Metalle reagieren.

Verursacht wurde die Beeinträchtigung durch Nanopartikel aus Titandioxid. Titandioxid zählt bisher zu den unbedenklichen Stoffen.

Tests müssen angepasst werden

Auch wenn der Versuch mit den Wasserflöhen nicht auf den Menschen übertragbar ist, fordern die Wissenschaftler, dass Untersuchungen und Risikobewertungen den neuen Erkenntnissen angepasst werden. Nur mit weitergreifenden Studien könnten auch Spätfolgen durch Nanopartikel bewertet werden. Das sei notwendig, da die Teilchen dauerhaft in die Umwelt gelangen.

Schnelle Anpassung gefordert

Titandioxid ist zurzeit als unbedenklich eingestuft. In Form von Nanopartikeln findet es sich in Sonnencreme oder Lebensmitteln. Es steckt aber auch in Farben oder Lacken und in Pflastersteinen. An den Beispielen zeigt sich, wie verbreitet der Einsatz von Nanopartikeln bereits ist, ohne dass die Wirkung auf Mensch und Umwelt ausreichend bekannt ist.

Schlagworte zum Thema:  Nanopartikel, Nanotechnologie, Umweltschutz, Risiko, Gefahrstoff

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