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Legionellen am Arbeitsplatz

Bild: Haufe Online Redaktion

Die Annahme, dass die Erreger für die Legionärskrankheit nur in alten Wasserleitungen lauern, ist falsch. An mehreren Arbeitsplätzen, von denen man dies so nicht erwartet, besteht ein hohes Infektionsrisiko. Zum Beispiel dort, wo Vernebler eingesetzt werden, etwa in Zahnarztpraxen oder Autowaschanlegen. Aber auch Klimaanlagen können betroffen sein. In einem Factsheet der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (OSHA) sind die wichtigsten Informationen zum Erreger und Strategien gegen das Gesundheitsrisiko zusammengefasst.

Die Legionärskrankheit ist eine Form der Lungenentzündung. Die Infektion erfolgt dadurch, dass winzige kontaminierte Wassertröpfchen eingeatmet werden. Nur wenige Menschen, die den Erregern, den Legionellen, ausgesetzt sind, erkranken. Durch präventive Maßnahmen lässt sich das Risiko insgesamt minimieren.


Legionellenexpositionen

Legionellen leben im Wasser. Sie vermehren sich in warmem, stehendem Wasser besonders gut, wenn unter anderem Stoffe wie Rost, organische Substanzen oder zersetzte Gummidichtungen hinzukommen. Deshalb finden sie sich unter anderem immer wieder in

  • alten Wasserleitungen in Gebäuden,
  • Klimaanlagen,
  • Wellness-Centern,
  • industriellen Wasseraufbereitungsanlagen,
  • Verneblern im Gesundheitswesen, auf Öl- und Gasbohrinseln oder bei der Fahrzeugreinigung,
  • Wassersystemen von Schiffen oder Zügen sowie
  • Zellstoff- und Papierfabriken.

Europäische Strategien

Der EU-OSHA-Bericht „Legionellen und Legionärskrankheit“ sowie das Factsheet dazu zeigen an verschiedenen Beispielen aus Europa, wo die Erreger auftreten und was dagegen unternommen werden kann:

  • das Legionellen-Risikomanagement auf Schiffen der niederländischen Aufsichtsbehörde für Verkehr und Wasserwirtschaft,
  • die Minimierung des Legionellenrisikos in einem ungarischen Arzneimittelwerk,
  • das umwelthygienische Überwachungsprogramm zur Prävention während der Olympischen Spiele 2004 in Athen,
  • die Risikobewertung der Legionellenkontamination in italienischen Zügen,
  • die wirksame Legionellenbekämpfung in einer belgischen Universitätsklinik.

Praktische Lösungen

Die Maßnahmen gegen eine Legionellenexposition sind so unterschiedlich wie die Orte, an denen sie auftreten. Zu den wirksamen Maßnahmen zählen:

  • das Wasser rein halten,
  • Rohrleitungen häufig reinigen,
  • regelmäßige Hitzeschockbehandlung,
  • Kühltürme und Springbrunnen überwachen,
  • Inspektionen standardisiert durchführen,
  • Wasserproben regelmäßig auswerten,
  • bei Inspektions- oder Wartungsarbeiten persönliche Schutzausrüstung tragen,
  • eine automatische Dosieranlage einbauen, um das Wasser mit Chlordioxid zu desinfizieren.

Schlagworte zum Thema:  Trinkwasser, Klimaanlage

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