09.01.2012 | Sicherheit

Laserdrucker belasten Atemluft

Emissionen aus Laserdruckern und -kopieren können Lungenzellen genetisch schädigen. Dies konnte nun erstmals wissenschaftlich nachgewiesen werden. Und das Risiko scheint größer, als bisher vermutet. Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) hat Laserdrucker ermittelt, die pro gedruckter Seite bis zu 7,6 Milliarden Partikel ausstoßen. Das Fernsehmagazin Plus Minus berichtete im November darüber.

isher gab es für Betroffene keine Untersuchungen, die es belegt hätten, dass ihr Leiden eine Erkrankung ist, die durch Bürogeräte ausgelöst wurde. Dies könnte sich nun ändern.

Aktuelle Studien sind die erste wissenschaftliche Grundlage, mit der ein Zusammenhang zwischen tonerbetriebenen Geräten und Erkrankungen hergestellt wird. Über die Untersuchungsergebnisse berichtete das Fernsehmagazin Plus Minus. 


Unterschiede bei den Geräten sind enorm

Bei der Untersuchung der Bundesanstalt für Materialsprüfung gab es gravierende Unterschiede zwischen einzelnen Geräten. So gibt es Drucker die 100.000-mal so viel Partikel freisetzen wie andere. Die höchsten Werte lagen bei 7,6 Milliarden Teilchen beim Druck einer Seite.

Das Ergebnis hat die Wissenschaftler dazu bewogen, 2013 einen „Blauen Engel“ für emissionsarme Geräte zu vergeben. Das Umweltschutzsiegel bezieht sich bisher nicht auf den Partikel-Ausstoß, sondern nur auf Faktoren wie Energieverbrauch oder Lärm.

Andere Untersuchungen legen den Zusammenhang zwischen Partikelemissionen und bestimmten Erkrankungen immer näher. Der Toxikologe Dr. Hermann Kruse bestätigt den Beleg, dass Partikel aus Laserdruckern bei Lungenzellen Schäden anrichten können.

 

Arbeitsschutz und Politik gefordert

Das Bundesumweltministerium (BMU), die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie die Berufsgenossenschaften vertraten bisher die Meinung, dass bei bestimmungsgemäßem Betrieb eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiter durch Tonerstaub ausgeschlossen sei.

Aufgrund dieser Ansichten sind bisher auch Arbeitgeber kaum bereit, Geräte auszutauschen oder kostspielige separate Druckerräume einzurichten, selbst wenn Mitarbeiter über Krankheitssymptome klagen und diese mit den Lasergeräten in Verbindung bringen.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsmittel

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