04.04.2013 | Drogenkonsum in Deutschland

Gefahren von Alkohol werden unterschätzt

Ein, zwei Bierchen am Abend...wann fängt Alkoholsucht an?
Bild: Haufe Online Redaktion

Jährlich sterben ca. 74 000 Menschen an den Folgen von Alkohol allein oder in Kombination mit dem Rauchen. Alkohol und Rauchen sind nach wie vor die zwei großen Suchtprobleme in Deutschland.

"Die Gesundheitsrisiken von Alkohol werden immer noch dramatisch unterschätzt", betont Gabriele Bartsch von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Herausgeber des Jahrbuch Sucht 2013. Durch alkoholbedingte Erkrankungen, Fehlzeiten oder Frühberentung entsteht laut DHS in Deutschland ein volkswirtschaftlicher Schaden von 26,7 Milliarden Euro pro Jahr.

Jeder Deutsche trinkt jährlich eine Badewanne voll Alkohol

Das entspricht knapp 137 Liter Bier, Wein und anderen alkoholischen Getränke oder etwa 9,6 Liter reinem Alkohol. Dafür "setzt sich aber die erfreuliche Entwicklung fort, dass immer weniger junge Leute rauchen", so Bartsch. Im Vergleich zu den meisten anderen EU-Staaten wird hierzulande weniger geraucht - allerdings mit leicht steigender Tendenz.

1,4 Millionen Menschen von Medikamenten abhängig

Hierbei handelt es sich vor allem um Schlafmittel und Tranquilizer. "Ärzte verschreiben die Mittel und die Patienten denken, dass ist gut für sie. Aber sie schlucken die Mittel oft länger als notwendig, und dann kommt es zu Nebenwirkungen, die wiederum den ursprünglich zu behandelnden Symptomen entsprechen: Schlaflosigkeit oder Depression", sagt Bartsch.

In Sachen Prävention gegen Alkoholmissbrauch müsse mehr geschehen

Etwa beim Punkt Alkohol-Werbung: "Wir brauchen einen Mix aus individualisierter Prävention und einem gesetzlichen Rahmen. Das ging bei der Tabakwerbung ja auch", meint Theo Wessel, der stellvertretende Vorsitzende der DHS.

Schlagworte zum Thema:  Alkohol, Alkoholprävention, Suchtprävention, Suchtberatung, Alkoholkonsum, Alkoholismus

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