Sich völlig in die Arbeit vertiefen, restlos in der Tätigkeit aufgehen. Die Zeit fliegt nur so vorbei. Dieser Schaffensrausch – passend mit dem englischen Begriff Flow, also Fließen bezeichnet – steigert nicht nur die Leistungsfähigkeit und Produktivität, sondern reduziert auch Erschöpfungszustände, wie eine Studie belegt.

Wissenschaftler der TU Dortmund haben mit einer so genannten Tagebuchstudie an 10 Arbeitstagen mit 90 Studienteilnehmern untersucht, wie der Flow-Zustand dazu beitragen kann, belastende Anforderungen im Arbeitsprozess zu bewältigen. Dabei kamen sie auch zu der Erkenntnis, dass der Flow-Zustand Erschöpfungszustände reduzieren kann.

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Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

  • Mit zunehmender Belastung sind Berufstätige am Abend stark erschöpft und in ihrer Vitalität beeinträchtigt.
  • Doch Belastungen führen nicht zwangsläufig zur Beeinträchtigung von Vitalität und Motivation.
  • Durch Identifikation und emotionale Verbundenheit des Arbeitnehmers mit seinem Unternehmen kann es ihm gelingen, bei der Arbeit Flow-Zustände zu erleben.
  • Flow-Zustände können Prozesse der Belastungsbewältigung fördern und die Motivation nachhaltig steigern.
  • Wer während des Arbeitstages einen Flow-Zustand erlebt hat, kann seine Motivation und Vitalität stabilisieren und Erschöpfungszustände vermeiden.

Positive Wirkung von Flow

Ein Flow kann dafür sorgen, dass Stressfaktoren gemildert werden. Laut der Dortmunder Studie sind das alle Faktoren, die mit Selbstkontrolle zu tun haben. Wer sich im Flow befindet, nimmt äußere Störfaktoren – wie etwa ein klingelndes Telefon – nicht mehr wahr. Dadurch fühlt sich der Beschäftigte in diesen Momenten entspannter. So entsteht im Flow weniger Erschöpfung, mehr Energie und letztlich mehr Einsatz.

Arbeitgeber können das Erleben von Flow fördern

Theoretisch kann Flow in jedem Beruf erreicht werden, wenn die Anforderungen der Arbeit und die Kompetenzen des Mitarbeiters sehr gut zusammenpassen. Je stärker sich jemand mit seinem Job identifiziert, je stärker er in seinen Aufgabe aufgeht, desto öfter wird er Flow erleben. Die Aufgabe der Arbeitgeber liegt, so die Wissenschaftler, u. a. darin, ein Führungsstil zu etablieren, der dazu führt,

  • dass sich die Mitarbeiter integriert, motiviert und wertgeschätzt fühlen und
  • durch eine Kultur der wechselseitigen Unterstützung entlastet werden.

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Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung, Resilienz