18.08.2015 | ESENER-2

Psychische Erkrankungen weit vorne

Die Arbeitsbedingungen sind in vielen Unternehmen ein Risiko für die Psyche.
Bild: Haufe Online Redaktion

Viele europäische Unternehmen gehen davon aus, dass die Arbeitsbedingungen für Erkrankungen der Psyche oder des Muskel-Skelettsystems ein Risiko darstellen. Dies belegen die Ergebnisse von ESENER-2 (Enterprise Survey on new and emerging risks), der zweiten europäischen Unternehmensbefragung der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA).

Esener-2Gegen psychische Erkrankungen sowie gegen Muskel-Skelett-Leiden lässt sich am besten präventiv vorgehen. Das sehen auch die befragten Unternehmen so und halten deshalb die Gefährdungsbeurteilung für eine der wichtigsten Maßnahmen, wenn es um die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten geht. Trotzdem wird sie in den verschiedenen Ländern unterschiedlich oft durchgeführt.

Psychische Gefährdungen sind die größte Herausforderung

An der Befragung haben 50.000 Betriebe aus 36 europäischen Ländern teilgenommen. Als größte Herausforderung nannten die Teilnehmer die psychischen Risiken. Grund dafür sei der wachsende Dienstleistungssektor. Wer mit Menschen zu tun hat, gerät auch immer wieder in Konfliktsituationen, ob in der Pflege, der Lehre, der Gastronomie oder im Einzelhandel. Hinzukommen Zeitdruck oder überlange bzw. ungünstige Arbeitszeiten.

Statt Tabuthema zu bleiben besser mit Psychologen zusammenarbeiten

Häufig sind psychische Belastungen in den Betrieben noch ein Tabuthema. Viele trauen sich nicht, darüber zu sprechen, wenn sie unter Druck stehen oder dauerhaft hohen Stress empfinden. Da ist es wenig verwunderlich, dass professionelle Hilfe, etwa von externen Psychologen, durchschnittlich von nur 16 % aller befragten Betriebe eingeholt wird. Spitzenreiter Finnland und Schweden gehen mit dem sensiblen Thema allerdings sehr offen um. Dort arbeiten rund 60 % der Betriebe mit internen oder externen Psychologen zusammen.

Wenn’s um die Sicherheit am Arbeitsplatz geht, ist Deutschland weit vorne

Auch in Deutschland, so die Studie, könnten die Maßnahmen gegen psychische Belastung deutlich ausgebaut werden. Weit vorne sind deutsche Unternehmen allerdings in Sachen Sicherheit am Arbeitsplatz. Auch werden Beschäftigte bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilungen überdurchschnittlich oft beteiligt.

Vielfältige Informationen zur Befragung in Form eines Dashboards

Anschaulich und untereinander vergleichbar sind alle Ergebnisse im Internet visualisiert. In einem sogenannten Dashboard zu ESENER-2 können die Daten nach Ländern, Wirtschaftsbereichen oder Betriebsgröße aufgeschlüsselt werden. Auch Ländervergleiche können erstellt werden. Das Dashboard liefert so Entscheidungsträgern vielfältige Informationen.

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Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung, Studie, Betriebliches Gesundheitsmanagement

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