17.10.2012 | Ständig erreichbar

Belastbarkeit auf dem Prüfstand

Ständig erreichbar sein, auch im Urlaub, ist oft gar nicht notwendig.
Bild: Haufe Online Redaktion

Nimmt die Kommunikation durch Handys zu? Nicht im eigentlichen Sinne des Wortes, denn es mangelt an klaren Absprachen und das verursacht Stress. Trotzdem lassen viele ihr Handy an, auch in der Freizeit, auch wenn das keiner direkt von ihnen verlangt.

Das Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG) hat genauer nachgefragt, warum Beschäftigte dauernd erreichbar sein müssen und wie sehr sie das belastet. Von den 430 Studienteilnehmern gaben mehr als 60 Prozent an, auf Dienstreisen oder im Außendienst oft oder immer erreichbar zu sein. In der Freizeit waren es noch 40 Prozent.

Folgende Gründe für ihre Erreichbarkeit nannten die Befragten

  • Es ist praktisch.
  • Es ist wichtig, über aktuelle Entwicklungen und Prozesse informiert zu sein.
  • Der Vorgesetzte würde das erwarten.

Auch wenn der überwiegende Teil der Befragten aussagten, dass sie die ständige Erreichbarkeit nicht oder nur wenig belaste, gaben immerhin 14 Prozent an, dass sie sich dadurch stark oder sehr stark belastet fühlten. Vor allem Personen, die eine Funktion als Vorgesetzter inne haben und für bis zu 20 Personen verantwortlich sind, stresst die Situation. Im Fachjargon wird dieser Zustand des mittleren Managements „Sandwich-Position“ genannt.

Anweisung fehlt meist

Viele die immer erreichbar sind, müssten das wahrscheinlich gar nicht. Sie gehen einfach davon aus. Doch bei den wenigsten liegt dafür eine ausdrückliche Anweisung vor.

Entlastende Maßnahmen

Wer sich durch die ständige Erreichbarkeit per Handy gestresst fühlt, sollte es einmal damit versuchen:

  • Treffen Sie klare Abmachung mit Vorgesetzten und Kollegen, wann wer erreichbar zu sein hat.
  • Besprechen Sie Erwartungen und Bedürfnisse miteinander.
  • Vereinbaren Sie Kommunikationspausen auch während der Arbeitszeit, zum Beispiel ein bis zwei Stunden Nicht-Erreichbarkeit pro Tag.
  • Nutzen Sie ein dienstliches Handy und ein privates, damit Sie das dienstliche auch einmal weglegen können.

Weitere Ursachen und Folgen ständiger Erreichbarkeit sowie den Fragebogen lesen Sie in der Studie des Instituts für Arbeit und Gesundheit (IAG) „Ständige Erreichbarkeit: Wie belastet sind wir?“

Schlagworte zum Thema:  Erreichbarkeit, Erholung, Stress, Belastung

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