27.03.2015 | Doping am Arbeitsplatz

Beschäftigte sind keine Rennpferde

Doping nicht nur auf der Pferderennbahn
Bild: Haufe Online Redaktion

Leistungssteigerung durch Doping – was sich nach Sportbericht anhört, ist der DAK-Gesundheitsreport 2015 mit dem Schwerpunktthema Doping am Arbeitsplatz. Immer mehr Erwerbstätige greifen zu Medikamenten, um Stress abzubauen oder leistungsfähiger zu sein. Doch wie korrekt ist der Begriff Doping in diesem Zusammenhang?

Aus dem DAK-Gesundheitsreport 2015 geht hervor, dass in den vergangenen 6 Jahren das sog. Hirndoping in der Arbeitswelt von 4,7 auf 6,7 % gestiegen ist. Es zeigt sich auch, dass hochqualifizierte Beschäftigte unterdurchschnittlich oft zu leistungssteigernden oder beruhigenden Medikamenten greifen, während Beschäftigte mit einfacher Tätigkeit dies deutlich öfter tun.

Begriffe wie Doping und Wunderpillen erzeugen Aufmerksamkeit

In der DAK-Pressemeldung werden die wichtigsten Ergebnisse des Reports mit Aussagen zusammengefasst, wie

  • Männer wollen mehr Leistung,
  • Führungskräfte dopen kaum und
  • Wunderpille gibt es nicht.

Diese fast schon reißerische Aufmachung des Themas bringt Aufmerksamkeit in der Presse und lässt die Arbeitswelt diskutieren.

Von der Pferderennbahn in die Arbeitswelt

Erst seit wenigen Jahren spricht man in der Arbeitswelt von Doping. Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Bereich "Sport". Dort wurden leistungssteigernde Mittel schon in der Antike eingesetzt. Mitte des 19. Jh. wurde dann der Begriff Doping in England im Zusammenhang mit dem Pferdesport eingeführt. Heute stehen beim Doping vor allem Sportler im Mittelpunkt, die mit unerlaubten Mitteln bessere Leistungen erbringen wollen.

Erfolg um jeden Preis

Ob wegen Pferdewetten, Preisgeldern, Werbeverträgen oder wirtschaftlichem Erfolg, die Ursachen, die zum Doping veranlassen, ähneln sich:

  • hoher Leistungsdruck,
  • hoch gesteckte Ziele,
  • Überbelastung,
  • Selbstausbeutung,
  • Stress oder
  • Angst um den Arbeitsplatz.

Die Verantwortung liegt bei den Unternehmen und der Gesellschaft

Offen bleibt im aktuellen DAK-Bericht, wer in der Arbeitswelt dafür verantwortlich ist, dass die Beschäftigten zu leistungssteigernden oder beruhigenden Medikamenten greifen. Sind es deren eigene Erwartungen und Ängste oder werden diese von außen erzeugt?

Beim Sport wird viel zu selten hinterfragt, warum ein Sportler dopt. Diese Ignoranz sollte sich nicht auf die Arbeitswelt übertragen. Die Gesellschaft und die Unternehmen müssen sich hier ihrer Verantwortung stellen.

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Schlagworte zum Thema:  Doping, Betriebliches Gesundheitsmanagement

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