22.12.2011 | Sicherheit

Dem Stress ein Schnippchen schlagen - verändern Sie das Denken

Stress entsteht vor allem im Kopf - durch negatives Bewerten. Wer sich bemüht, auch schlechten Situationen etwas Gutes abzugewinnen, tut viel gegen den Stress. Und zieht daraus Schlüsse, die helfen, beim nächsten Mal nicht wieder in Stress zu geraten.

Den Chef zurückrufen, das Familienessen planen, den Schreibtisch aufräumen, die Kinder abholen: Allein der Gedanke an die noch zu erledigenden Aufgaben lässt bei vielen Menschen den Blutdruck steigen. Wem es dagegen gelingt, in solchen Situationen gelassen zu bleiben und auch mal Fünfe gerade sein zu lassen, lebt gesünder und stressfreier.

Denn Stress entsteht vor allem im eigenen Kopf - und genau dort liegt auch die Lösung.


Die meisten nehmen Negatives viel stärker wahr als Positives

Heribert Brück vom Bundesverband Niedergelassener Kardiologen beschreibt dies so: "Mit jedem negativen Gedanken holt das Hirn alles an Informationen und Emotionen hervor, was es dazu noch abgespeichert hat."

Mit zunehmendem Alter werde man daher nicht entspannter, sondern gerate immer leichter in Stress. "Deshalb sollte man über negative Sachen nicht so ewig lang sprechen, sondern sich das Positive bewusst machen und die Sache lösungsorientiert betrachten."

"Kognitives Umstrukturieren" hilft

Psychologen nennen das laut Diplom-Psychologe Lutz Hertel vom Deutschen Wellnessverband (DWV) "kognitives Umstrukturieren". Brück illustriert es so: Wenn der Vorgesetzte mal wieder mit einer neuen Aufgabe kommt, denkt man lieber nicht, "Der will mich fertig machen", sondern besser: "Er ist offenbar zufrieden mit meiner bisherigen Arbeit und hat Vertrauen, dass ich auch die neue Aufgabe bewältige."

Durchbrechen Sie das Gedanken-Karussell

Hertel empfiehlt darüber hinaus, sich in kritischen Momenten Dinge zu sagen wie "Wer weiß, wozu das gut ist..." oder "Die anderen kochen auch nur mit Wasser". Für Herzpatienten sinnvoll sei die "Stopp!"-Methode, um das Gedankenkarussell zu unterbrechen - und auch physisch eine Situation zu verlassen.

Ein Arbeitnehmer sollte bei einer stressigen Sitzung daher zum Beispiel mit der Erklärung "Ich merke, dass mich das gerade überfordert" kurz aus dem Raum gehen.

Aus Stress-Situationen Lehren ziehen

Mediziner und Führungscoach Jörg-Peter Schröder, der ein Buch zum Thema Stressmanagement geschrieben hat, rät, aus Stress Lehren zu ziehen. Dazu gehört, Dinge so zu nehmen, wie sie sind und sich zu fragen, welchen Einfluss man selbst nehmen kann.

Perfektionisten etwa sollten anerkennen, dass sie nicht immer alles selbst und alles richtig machen können. "Nicht zu eng mit der Aufgabe verbunden sein, Abstand zur Sache und zu sich selbst haben", fasst Schröder das zusammen. Dabei helfen die Antworten auf diese Fragen: "Was sind die Erwartungen? Sind die Ziele realistisch? Wenn nicht, dann schraubt man die Erwartungen ganz runter."

Ganz praktisch heißt das

Eins nach dem anderen machen, erst eine Sache abschließen, nicht viele gleichzeitig erledigen wollen - und vor allem: sich grundsätzlich nicht zu viel vornehmen.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung

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