25.01.2012 | Sicherheit

Dauerstress macht krank

Ein randvoller Terminkalender gilt vielen als Gradmesser für Erfolg. Der Alltagsstress kann für den richtigen Kick sorgen. Die negativen Folgen zeigen sich meist viel zu spät. "Eine gewisse Belastung schadet sicher niemandem, aber Dauerstress ist ganz bestimmt nicht gesund", sagte die Dresdner Forscherin Dr. Monika Ehrhart-Bornstein zum Auftakt der 10. Deutschen Nebennierenkonferenz der Nachrichtenagentur dpa.

Beruflicher und privater Dauerstress hat nach Ansicht von Medizinern auch negative Folgen für den Hormonhaushalt.


Was passiert bei Stress

Die Nebenniere sei für die Stressverarbeitung verantwortlich, erklärte Ehrhart-Bornstein. "Sie ist das Endorgan der Stressachse", sagte die am Universitätsklinikum Dresden tätige Biologin.

Normalerweise schüttet die Nebenniere stressregulierende Stoffe aus und trägt damit zum Abbau von Stresshormonen bei. Hört der Stress aber nicht auf, kann die Nebenniere aus dem Gleichgewicht geraten und so dem ganzen Organismus schaden. Darauf weist Monika Ehrhart-Bornstein hin.

Folgen durch Dauerstress

Es sei nachgewiesen, dass Stress eine entscheidende Ursache für Depressionen, Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes sowie Neuro- und Immunerkrankungen ist, die weltweit zunähmen.

Der Stress schädige die Nebenniere zwar nicht direkt. Er stimuliere sie vielmehr zur Produktion der Stressregulierer Adrenalin und Cortisol, was normal sei. Um schnell Energiereserven für Gehirn und Muskeln sowie die Durchblutung bereitzustellen, sei das vernünftig.

Anhaltender Stress aber führe zur Überproduktion und damit zum Schaden des gesamten Organismus. Durch den erhöhten Cortisol-Pegel werde das Immunsystem unterdrückt - der Betroffene ist anfälliger für Infektionen.

Der Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf- und Immunerkrankungen und Dauerstress sei durch Studien belegbar. Cortisol, das wie ein Nährstoff für Fettzellen im Körper sei, könne zudem zu Gewichtszunahme führen.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung

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