07.07.2011 | Sicherheit

Burnout - Wenn es zur psychischen Überbeanspruchung kommt

Psychische Belastung, psychische Beanspruchung, psychische Störung, Burnout - diese Begriffe werden teilweise missverständlich genutzt. Damit Sie die Gefahren richtig einordnen können, werden sie hier definiert.

Grundsätzlich ist jeder Mensch einer mehr oder minder starken psychischen Grundbelastung ausgesetzt. Nach Ansicht von Psychologen und Arbeits-wissenschaftlern gibt es zurzeit zwar kein einheitliches Erklärungsmodell zum Thema psychische Belastungen, doch um eine für alle gültige Verständigungs-grundlage zu haben, wurde die Norm DIN EN ISO 10075 eingeführt. In dieser sind die Begriffe "Psychische Belastung" und "Psychische Beanspruchung" exakt definiert.


Psychische Belastung ist demnach "die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken". Sie sind ein normaler und notwendiger Bestandteil des menschlichen Lebens - und somit auch des Arbeitslebens.

Faktoren, die zu psychischen Belastungen führen

Prinzipiell zählen zu den psychischen Belastungen Faktoren wie die Unternehmenskultur und die Wertschätzung der Arbeit, also die Art und Weise, wie Kollegen miteinander umgehen und wie Vorgesetzte ihre Mitarbeiter behandeln. Das bekannteste Beispiel dafür, wenn diese Werte nicht eingehalten werden, ist sicherlich das Mobbing - das natürlich psychische Beeinträchtigungen auslösen kann.

Doch unter psychische Belastungen fallen auch der Freiheitsgrad bei der Arbeit, Lärm und die Organisation der Erholungspausen während der Arbeit.

 

Psychische Beanspruchung ist "die unmittelbare (nicht langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien". Eine Belastung, die von einem Mitarbeiter als problemlos beziehungsweise als herausfordernd angesehen wird, kann einen anderen bereits überfordern.

 

Psychische Störungen

Um zu diagnostizieren, ob psychische Störungen vorliegen, orientieren sich Fachärzte an der international verbindlichen ICD Klassifikation.

 

Diagnose Burnout

In den vergangenen Jahren hat kaum eine andere Diagnose für mehr Diskussionsstoff und Kosten für Unternehmen und Krankenkassen gesorgt als der Burnout. Experten schätzen die Zahl der Burnout-Patienten allein in Deutschland auf zehn bis 15 Millionen.

Anders als häufig angenommen ist laut einer Beschreibung im Corporate Health Jahrbuch 2011 Burnout keine Krankheit mit diagnostischen Kriterien, die man eindeutig zuordnen kann. Als Burnout wird danach vielmehr "der Endzustand einer längeren Entwicklungslinie beschrieben. Ursächlich ist meist eine Überbelastung und eine daraus resultierende psychische Überbeanspruchung, die vom betreffenden Mitarbeiter nicht bewältigt werden kann."

Schlagworte zum Thema:  Burn-out-Syndrom

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