19.11.2012 | Umweltschutz

Biofilm beeinträchtigt Solarstromanlagen

Biofilm kann die Leistung von Solaranlagen beeinträchtigen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Module einer Solarstromanlage sind aus dunklem Glas. Darauf übersieht man leicht den Belag, der sich mit der Zeit darauf bilden kann. Doch dieser Biofilm beeinträchtigt die Leistung der Anlage, so Wissenschaftler der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM).

Der so genannte Biofilm besteht aus Schwarzen Pilzen und Cyanobakterien. Sie bilden überall auf der Welt Kolonien. Die Pilze sind stresstolerant und resistent gegen Hitze, Trockenheit, Kälte und UV-Strahlung. In einer Mischung mit Grünalgen kennt man den graugrünschwarzen Belag von Häuserfassaden. Viele denken, das sei Schmutz. Doch das ist weit gefehlt. Die biologischen Stoffe haben durchaus zerstörerische Kräfte.

Weniger Wirkkraft

Ist eine Solaranlage mit dem Biofilm überzogen, leidet schon bald ihre Leistung darunter. Durch den dunklen Belag wird das Licht vor allem im Wellenbereich von 300 bis 1.000 Nanometer absorbiert. Das ist genau der Bereich, den die Anlage braucht, um Strom zu erzeugen. Doch es kann noch schlimmer kommen.

Zerstörerische Kräfte

Die Organismen können Mineralien aus dem Glas ziehen. Danach können die fadenförmigen Zellen der Pilze ins Glas eindringen und es zerstören. In welchem Zeitraum das passiert, weiß man noch nicht. Doch ob ein installiertes Modul die bisher angenommene Lebensdauer von 25 Jahren überhaupt erreichen kann, wird von den Wissenschaftlern nun in Frage gestellt.

Erste Testergebnisse

Wissenschaftler der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) haben zunächst drei Anlagen auf den Biofilm und seine Auswirkungen hin untersucht. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus. Bei einer über zehn Jahre alten Anlage, die auf dem Mittelstreifen einer Autobahn montiert war, wurde kein Biofilm gefunden. Ganz anders dagegen auf einer Dachanlage, die erst drei Jahre alt war.

Weitere Untersuchungen sollen klären, welche Faktoren eine Rolle spielen, dass Solarstromanlagen von schwarzen Pilzen und Co. besiedelt werden. Bisher wird vermutet, dass der Neigungswinkel und die Glasoberfläche eine Rolle spielen könnten.

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