16.09.2013 | Fehlzeiten-Report 2013

Alte Süchte bleiben – neue kommen hinzu

Arbeitsunfähigkeit infolge Alkoholkonsum nimmt zu
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage durch Einnahme von Suchtmitteln um rund 17 Prozent gestiegen. Alkohol- und Tabakkonsum sind die häufigsten Ursachen. Auffällig ist auch, dass die Bereitschaft steigt, leistungssteigernde Substanzen zu nehmen.

2012 kamen durch Suchtprobleme 2,42 Millionen Fehltage zusammen, so der Fehlzeiten-Report 2013 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Die Krankschreibungen aufgrund einer Suchterkrankung dauern im Schnitt dreimal so lange wie andere Arbeitsunfähigkeitszeiten. Fast 44 Prozent davon sind dem Alkoholkonsum zuzuschreiben.

Alkohol zur Entspannung und Belohnung

Laut einer Umfrage des WIdO gaben 5,3 Prozent der 2.000 befragten Erwerbstätigen zwischen 16 und 65 Jahren an, täglich Alkohol zu trinken. Allerdings gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Frauen und Männern. Bei den Männern sind es knapp neun Prozent, die täglich Alkohol konsumieren, bei den Frauen nur zwei Prozent. Auffällig ist aber auch, dass mit höherem Bildungsstand mehr getrunken wird. Oft gönnt man sich ein „Gläschen“ zum Entspannen oder als Belohnung.

Jüngere rauchen mehr

Beim Rauchen sieht es etwas anders aus. Etwa 33 Prozent greifen regelmäßig oder gelegentlich zur Zigarette. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern, allerdings rauchen weniger Gebildete und Jüngere mehr.

Neue Süchte auf dem Vormarsch?

Leistungssteigernde Substanzen spielen zunehmend eine Rolle, wenn es darum geht Stress und Leistungsanforderungen am Arbeitsplatz zu bewältigen. Sind es bisher nur rund 1,5 Prozent der Beschäftigten, die solche Mittel einnehmen, äußern deutlich mehr die Bereitschaft, es einmal auszuprobieren. Außerdem erwarten die Experten, dass in Zukunft auch Medien- und Arbeitssucht zunehmen werden.

Klare Regeln am Arbeitsplatz

Für den Umgang mit Suchtmitteln wie Alkohol, Medikamenten, Nikotin oder illegalen Drogen bieten klare Regeln am Arbeitsplatz die beste Orientierung für die Mitarbeiter. Das können festgelegte Raucherzonen auf dem Betriebsgelände ebenso sein wie ein absolutes Alkoholverbot.

Konsequenter und vertrauensvoller Führungsstil

Die Regeln sollten in einer Dienstvereinbarung festgeschrieben sein. Zudem müssen jedem die Konsequenzen bewusst sein, die bei einem Missbrauch eintreten. Zu den Aufgaben der Führungskraft gehört es, darauf zu achten, dass die Vereinbarungen eingehalten werden, aber auch, bei Auffälligkeiten ein vertrauensvoller Ansprechpartner zu sein.

Schlagworte zum Thema:  Suchtprävention, Alkohol, Rauchen, Medikamentenmissbrauch

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