0

| 2. Gesundheitstag auf der CHC

Wissen nicht verpuffen lassen

Michael Schurr, Organisator des 2. Gesundheitstags auf der CHC
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Messe Corporate Health Convention (CHC), die gemeinsam mit der Messe Personal Süd veranstaltet wird, bietet einen umfassenden Marktüberblick über innovative Dienstleistungen und Produkte im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Sie richtet den Fokus auf die Themen Prävention, Ergonomie und betriebliche Gesundheitsförderung. Das Motto des 2. Gesundheitstages auf der CHC lautet „Wir kümmern uns um uns“. Die Haufe Arbeitsschutz-Redaktion sprach darüber mit Michael Schurr, Vorstand der ISG e. V. Integrative Systemergonomie und Gesundheitsmanagement.

Das Interview führte Bettina Brucker M. A., Freie Journalistin und Autorin.

Herr Schurr, welche Neuerungen bietet der zweite Gesundheitstag?

In diesem Jahr haben wir den Gesundheitstag doppelt attraktiv geplant: Am Vormittag erhalten die Teilnehmer einen 360 Grad-Überblick zum Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement. Am Nachmittag beschäftigten sie sich dann in Workshops mit dem Thema ganz gezielt anhand ihres eigenen Unternehmens. Danach sind sie top vorbereitet für den zweiten Messetag mit seinen 80-120 Vorträgen und den ganzen Ausstellern.

Außerdem erhält jeder Teilnehmer des Gesundheitstages ein Zweitagesticket plus weitere Tickets für den zweiten Tag. Damit kann er zusätzliche Mitarbeiter – ob Sicherheitsbeauftragte, Personaler oder Fachkraft für Arbeitsschutz – mit auf die Messe bringen. So können sie gemeinsam noch einmal mit den Experten vom Gesundheitstag und der Ausstellung Arbeitswelt 2020 ins Gespräch kommen.

Man könnte auch sagen: Der Gesundheitstag ist der Fortbildungstag und der zweite Tag dient dann dazu, sich gezielt auf der Messe aus der Informationsvielfalt weiteres Know-how zu ziehen.

Richtet sich der Gesundheitstag wieder gezielt an kleine und mittlere Unternehmen (KMU)?

Unser Angebot steht allen offen. Es gibt zwar bekanntermaßen einen großen Bedarf an Information und Unterstützung auf Seiten von Kleinstunternehmen und auch bei kleineren Mittelständlern. Doch diese zu erreichen, ist sowohl für politische Träger als auch z. B. die IHK´s und HK´s (Handwerkskammern) schwierig.

Viele unserer Teilnehmer aus dem letzten Jahr kamen übrigens aus Unternehmen mit 100–250 Mitarbeitern. Aber auch einige Kleinstunternehmen sind heute schon engagiert unterwegs und finden den Weg zu uns. Doch die, die es am nötigsten hätten, die erreichen wir leider noch nicht in ausreichender Menge.

Wie sind Sie auf das diesjährige Motto „Wir kümmern uns um uns“ gekommen?

Der Titel ist bei einem Gesundheitstag in einer psychosomatischen Klinik entstanden. Dabei ging es um Burnout und dass sich in solch einem Fall der Einzelne nicht mehr um sich kümmert, aber auch, dass die Arbeitswelt generell verschleißt.

Kümmern wir uns denn allgemein zu wenig um uns?

Bleiben wir bei dem Beispiel Burnout. Vor dem Ausbrennen gibt es nur eins: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wer so lebt, vernachlässigt sich selbst, achtet nicht mehr auf seine Ernährung, Bewegung, Entspannung und auch nicht auf seine eigene Wertschätzung. Alle vier übrigens die Lebensprinzipien, um die es auch auf dem Gesundheitstag wieder gehen wird.

Und wer sollte sich um wen kümmern?

Zunächst muss ich mich um mich selbst kümmern. Denn ohne Selbstwert keine Wertschätzung für meine Ernährung, Bewegung und Entspannung. Nur wer sich selbst wertschätzt kann Wertschätzung auch an andere weitergeben. So entsteht eine positive Spirale nach oben. Konkret heißt das: Die Führungskraft kümmert sich um die Mitarbeiter. Die Mitarbeiter kümmern sich untereinander. Und die Mitarbeiter sollten sich auch um die Führungskraft und die Unternehmer kümmern. Letzteres wird sehr gerne vergessen.

Zurück zum Gesundheitstag: Wie groß sind die Gruppen und wer leitet die Workshops?

Die Workshops werden in sechs Räumen stattfinden. Pro Workshop rechnen wir mit 15 bis max. 20 Teilnehmer. Die Kernworkshops finden mehrfach, alle anderen nur einmal statt.

Das Konzept wurde mit einem Autorenteam von Haufe Arbeitsschutz Office erarbeitet. Namhafte Experten u. a. von „Food at Work“, „Kimberly-Clark“ oder „Mach fit“ betreuen die Workshops. Mit dem „Fürstenberg Institut“ aus Hamburg konnten wir zudem ein hochkarätiges Beratungsunternehmen in Sachen Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Organisationen, Führungskräften und Mitarbeitern gewinnen.

Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen, um an einem Workshop nach dem Workflow-Prinzip teilzunehmen?

Es gibt keine Voraussetzungen. Das Prinzip ist so einfach wie genial. Es setzt immer beim Einzelnen an. Jeder schaut für sich, wo er gerade steht und wohin es gehen soll. Die Basisfragen sind immer die gleichen, doch lösen sie in jedem Unternehmen andere Schlussfolgerungen aus.

Mit einer Checkliste zu Beginn lässt sich schnell der IST-Zustand erkennen und die Stellen, an denen Handlungsbedarf besteht, werden ersichtlich. Dann stellt sich die Frage: Wer muss das tun? Bin ich es selbst? An wen wende ich mich, wenn es jemand anderes machen muss? Die Überlegung, die dahintersteckt, ist also immer: Welche Personen und Strukturen kann ich nutzen.

Geht es um das Gesundheitsmanagement als Ganzes, will ich vielleicht wissen, was noch fehlt. Im Workshop gibt es dann z. B. den Impuls: Was sagt der Bauch? Denn der Bauch bzw. der gesunde Menschenverstand ist ein wunderbarer Ratgeber. Meist weiß man insgeheim und ohne aufwändige wissenschaftliche Studien, was gebraucht wird, traut sich aber nicht, dies auszusprechen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Workshops nach dem Workflow-Prinzip?

Hervorragend. Meine Firma LQ4you.de und die ISG setzen das Prinzip selbst in Firmen ein. Der Ansatz ist immer „Wo stehe ich“ und „Was braucht es im Moment“. So kann es z. B. passieren, dass in einem Unternehmen erkannt wird, dass Angebote zur Entspannung wichtig wären. Doch es gibt keine Räume. Die Lösung heißt dann: Rausgehen und Räume oder einen Anbieter in der Nähe finden. Vielleicht bietet der noch andere Gesundheitsmaßnahmen an und schon entsteht die nächste Idee. Sie sehen, eine Besonderheit des Workflow-Prinzips ist es, dass man ins Tun und dadurch immer noch mehr in Bewegung kommt und was bewegt.

Und nach dem Gesundheitstag? Verpufft da nicht alles wieder?

Das Konzept des Gesundheitstages ist in Qualität und Ausmaß unvergleichlich. So etwas gibt es kein zweites Mal. Auch preislich ist es unschlagbar. Für eine Fortbildung zahlt man sonst ein x-faches und erhält dann nur Vorträge.

Die Teilnehmer des Gesundheitstages erhalten zusätzlich zum 360 Grad-Überblick, den Workshops nach dem Workflow-Prinzip und den Eintrittskarten zur Messe auch noch einen 3-monatigen Zugang zu Haufe Arbeitsschutz Office Professional. So können sie nicht nur die im Workshop begonnenen Themen, sondern viele weitere direkt angehen und bearbeiten. Das praxistiefe und praxisorientierte Material enthält u. a. Argumentationshilfen und PowerPoint-Präsentationen. Zwischen Gesundheitstag und betrieblichen Alltag kann es also erst gar nicht zu einem Verpuffungseffekt kommen.

Sind denn noch Plätze frei?

Ja, es sind noch Plätze frei. Sollte das Interesse zu groß sein, besteht die Idee im Herbst eine Wiederholung anzubieten, damit Interessierte nicht bis zum nächstes Jahr bei der CHC warten müssen.

Das könnte Sie auch interessieren:

Betriebliches Gesundheitsmanagement schrittweise einführen

Haufe Online Redaktion

Betriebliches Gesundheitsmanagement, Ergonomie, Prävention, Messe

Aktuell

Meistgelesen