Umweltmanagement / 4.3 Wie funktioniert ein Umwelt-Managementsystem?

Umweltschutz mit System managen steht für ein systematisches, zielorientiertes Organisieren des betrieblichen Umweltschutzes und die gemeinsame, professionelle, von den Führungskräften gemanagte Umsetzung. Damit ist das Umweltmanagement Teil der Führung eines Unternehmens bzw. das Subsystem, das die konsequente, effektive und effiziente Erfüllung der öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen und sonstiger Vorgaben bezüglich des Umweltschutzes managt.

Ein Kernstück eines Umwelt-Managementsystems ist die Festlegung der innerbetrieblichen Abläufe, der Zuständigkeiten und Verantwortungen zur Verbesserung der betrieblichen Umweltsituation. Durch die Erkenntnis, dass auch unsere Umwelt als ein begrenzter Produktionsfaktor gleichbedeutend neben den Faktoren Arbeit und Kapital nicht frei verfügbar ist, sind umweltbewusst geführte Unternehmen gerne bereit, zukunftssichere, umweltverträgliche und kostensparende Lösungen für ihren Betrieb einzusetzen.

Ein Umwelt-Managementsystem setzt sich aus den folgenden Phasen zusammen:

Phase 1: Umweltprüfung

Sie stellt eine erstmalige Bestandsaufnahme dar. Diese erfasst zunächst alle relevanten Umweltvorschriften. Vor dem Hintergrund der deutschen Regelungsdichte ist dieser Schritt mühsam, doch Checklisten, die beispielsweise bei Verbänden erhältlich sind, können helfen.

Ferner sind alle wichtigen Umweltauswirkungen der Tätigkeiten, Produkte und Dienstleistungen (z. B. Schadstoffemissionen, Energieverbrauch) zu erfassen und zu dokumentieren. Auf Grundlage dieser Informationen werden die Schwachstellen im betrieblichen Umweltschutz bestimmt, die später auch im Mittelpunkt der Verbesserungsbemühungen des Umweltprogramms stehen sollen.

Phase 2: Dem betrieblichen Umweltschutz eine klare Ausrichtung geben

Durch eine formulierte und kommunizierte Umweltpolitik sowie regelmäßig neu festzulegende und zu vereinbarende Umweltziele (inkl. Kennzahlen);

Phase 3: Planung

Alle relevanten Umweltaspekte werden erfasst und beim Aufbau der Umweltorganisation berücksichtigt. Die Organisation des betrieblichen Umweltschutzes schafft eine Struktur, regelt Zuständigkeiten, beschreibt Prozesse und stellt Hilfsmittel, wie Formulare, Checklisten etc. zur Verfügung. Dadurch wird ein systematisches Vorgehen sichergestellt. Ein Umweltprogramm wird aufgestellt.

Phase 4: Verwirklichung und Betrieb

Die in der Planung festgelegten Verfahren (z. B. die Übertragung von Aufgaben und Verantwortung) nehmen das Management und die Beschäftigten in die Verantwortung. Durch Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie konkrete Mitwirkungsmöglichkeiten werden die Beteiligten in die Lage versetzt, umweltbewusst und umweltgerecht zu arbeiten und motiviert Eigeninitiative und Eigenverantwortung zu übernehmen. Die Umsetzung wird durch Beratung, Coaching und Rückmeldung unterstützt und gelenkt.

Phase 5: Überprüfung

Es werden Verfahren eingeführt, die sowohl die alltägliche Arbeit hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen kontrollieren und die Erfüllung der Vorschriften überwachen, als auch die Eignung, Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des gesamten UMS ermitteln, bewerten (Durchführung eines Audits) und lenken (Einleitung von Korrekturen und Verbesserungen).

Phase 6: Managementbewertung (Management-Review)

Die Eignung, Funktionsfähigkeit und Wirksamkeit des gesamten UMS wird regelmäßig aufgrund der Ergebnisse des internen sowie ggf. eines externen Audits durch die Geschäftsführung bewertet und bei Bedarf eine Verbesserung des UMS eingeleitet.

Parallel dazu erfolgt die Dokumentation, die auch die Nachweisbarkeit sicherstellt.

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