Sicherheitsbeleuchtung, Not... / 1 Definitionen

Die Begriffe Notbeleuchtung, Sicherheitsbeleuchtung, Ersatzbeleuchtung und optische Leitsysteme umfassen Maßnahmen, die bei Ausfall der Allgemeinbeleuchtung die nötige Sicherheit an Arbeitsplätzen und in Gebäuden gewährleisten sollen. Die Begriffe werden auch in der Fachwelt nicht immer ganz trennscharf verwendet.

Grundsätzlich ist gemäß den geltenden DIN-Normen Notbeleuchtung der Oberbegriff für alle Beleuchtungseinrichtungen, die wirksam werden, wenn die Allgemeinbeleuchtung ausfällt (EN 1838 "Angewandte Lichttechnik – Notbeleuchtung"). Ersatzbeleuchtung sind Einrichtungen, die dafür sorgen, dass bei Stromausfall die Allgemeinbeleuchtung ganz oder teilweise für eine gewisse Zeit weiterbetrieben werden kann, um den Betrieb in einem Gebäude aufrecht zu erhalten (typischerweise in Krankenhäusern, Einrichtungen der öffentlichen Versorgung, sicherheitsrelevanten Dienststellen usw.). Für den Arbeitsschutz wesentlicher ist die Sicherheitsbeleuchtung.

Den Begriff "Sicherheitsbeleuchtung" definiert die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.4/7 "Sicherheitsbeleuchtung, optische Sicherheitsleitsysteme" wie folgt:

Zitat

Die Sicherheitsbeleuchtung ist eine Beleuchtung, die dem gefahrlosen Verlassen der Arbeitsstätte und der Verhütung von Unfällen dient, die durch Ausfall der künstlichen Allgemeinbeleuchtung entstehen können.

Dabei sind die Anforderungen an Sicherheitsbeleuchtungen auf Rettungswegen und an Arbeitsplätzen oft abweichend, sodass häufig in den Vorschriften danach unterschieden wird. Außerdem führt die EN 1838 noch den Begriff Antipanikbeleuchtung (für Bereiche/Gebäude mit großen Menschenansammlungen). Dieser Begriff hat aber bisher in Deutschland nur im Bereich der Normung Eingang gefunden, aber nicht in die übrigen arbeitsschutz- und baurechtlichen Vorschriften.

Darüber hinaus hat der Begriff Optische Leitsysteme in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen und Eingang in die neuen Arbeitsstättenregeln gefunden (ASR A3.4/7 und ASR A2.3). Nach ASR A3.4/7 sind dies "durchgehende Leitsysteme, die mithilfe optischer Kennzeichnungen und Richtungsangaben einen sicheren Fluchtweg vorgeben."

Es sind (wegen der Wirksamkeit bei Verrauchung) immer bodennahe Systeme (nicht höher als 40 cm über dem Fußboden), die Sicherheitszeichen und Leitmarkierungen umfassen. Sie können langnachleuchtend, elektrisch oder in Kombination von beidem betrieben werden.

 
Achtung

Verwechslungsgefahr

Optische Leitsysteme dürfen nicht mit der "normalen" hochmontierten Sicherheitskennzeichnung nach ASR A1.3 "Sicherheits- und Gesundheitsschutzkennzeichnung" verwechselt werden. Die ASR A3.4/7 macht dazu erstmals genauere Vorschriften (vgl. Abschn. 5).

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