Schichtarbeit / 3 Maßnahmen

Die Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeiter muss nach den "gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit" festgelegt werden (§ 6 Abs. 1 ArbZG).

Schichtarbeit kann verträglicher gestaltet werden, wenn Schichtpläne optimiert werden. Dafür stehen Softwarelösungen zur Verfügung (z. B. BASS (www.baua.de), OPTISCHICHT®). Wichtige Kriterien für optimale Schichtpläne sind laut BKK v. a.:

  • max. 3 Nacht- bzw. Frühschichten in Folge,
  • schneller Wechsel von Schichten,
  • möglichst frühes Ende der Nachtschichten,
  • möglichst lange Ruhepause nach einer Nachtschichtphase (vgl. Ruhezeiten),
  • Vorwärtswechsel von der Früh- zur Spät- und dann zur Nachtschicht bevorzugen,
  • ungünstige Schichtfolgen vermeiden,
  • Frühschichtbeginn gegen 8 Uhr,
  • möglichst lange freie Wochenenden,
  • mind. ein freier Abend innerhalb der Woche,
  • kurzfristige Schichtplanänderungen vermeiden.

Grundsätzlich muss die Ruhezeit nach der letzten Schicht 11 Stunden, in bestimmten Branchen mind. 10 Stunden betragen (§ 5 ArbZG).

Ob Schichtarbeit v. a. nachts als belastend empfunden wird, ist individuell sehr unterschiedlich. Für Menschen, die eher am Abend aktiv sind, kann es z. B. leichter sein als für "Morgenmenschen".

Weniger gut für Schichtarbeit geeignet sind deshalb i. d. R.

  • Menschen, die früh aufstehen und tagsüber aktiv sind und abends früh ins Bett gehen ("Morgenmenschen"),
  • Personen mit Erkrankungen des Verdauungs- oder Herz-Kreislauf-Systems, der Leber oder der Schilddrüse,
  • über 50-Jährige.

Bei Einführung neuer Schichtsysteme empfiehlt es sich, die Mitarbeiter daran zu beteiligen und Fachkraft für Arbeitssicherheit und Betriebsarzt – und ggf. auch weitere Berater – zur Unterstützung hinzuziehen. Weitere wichtige Aspekte für ein besseres Leben mit Schichtarbeit sind auch

  • gesunde Ernährung sowie
  • Pflege sozialer Kontakte.

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