Nachhaltigkeitsmanagement

Zusammenfassung

 

Begriff

Nachhaltigkeit

Der Begriff tritt 1713 in der Sylvicultura Oeconomica von Carl von Carlowitz zum ersten Mal in deutscher Sprache im Zusammenhang mit der Forstwirtschaft auf: "daß es eine continuierliche beständige und nachhaltende Nutzung gebe".

CR

Corporate Responsibility bzw. Unternehmensverantwortung beschreibt die generelle Verantwortung eines Unternehmens gegenüber ihrer Stakeholder (Anspruchsgruppen), der Umwelt und sozialen Belangen. Der Begriff ist als Oberbegriff für die anderen Begriffe zu verstehen.

CSR

Corporate Social Responsibility bzw. Unternehmenssozialverantwortung beschreibt die Verantwortung eines Unternehmens gegenüber der Gesellschaft, die über rechtliche Anforderungen hinausgeht und für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung steht. Sie schließt Mitarbeiter, Umwelt und alle Anspruchsgruppen in die Betrachtung mit ein.

CG

Unter Corporate Governance wird eine "gute Unternehmensführung" verstanden. Dabei orientiert sich das Unternehmen an rechtlichen Vorgaben, Leitlinien und eigenen oder gewählten Standards.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Seit 2017 müssen größere Unternehmen in der EU neben ihren wirtschaftlichen auch nichtfinanzielle Informationen veröffentlichen. Das fordert die Bilanzierungsrichtlinie (RL 2014/95/EU), die bis Dezember 2016 in nationales Recht umgesetzt sein musste. Im März 2017 wurde das sog. "Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Konzernlageberichten" verabschiedet.

Betroffen sind kapitalmarktorientierte Unternehmen und Gesellschaften mit mehr als 500 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von mehr als 20 Mio. EUR bzw. einem Nettoumsatz von mehr als 40 Mio. EUR.

DIN ISO 26000:2010: Leitfaden gesellschaftlicher Verantwortung

Diese Norm richtet sich an alle Organisationen, die sich mit dem Thema "gesellschaftliche Verantwortung" beschäftigen wollen. Das Unternehmen legt im Rahmen seines Managementsystems die Art und Weise wie es sich gesellschaftlich verantwortlich und damit nachhaltig verhält fest. Bei dem Leitfaden handelt es sich um keine zertifizierbare Managementsystemnorm.

Deutscher Nachhaltigkeitskodex – DNK

Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) hat nach Gesprächen mit der Politik, Investoren und Analysten aus der Finanzwelt, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Organisationen den Deutschen Nachhaltigkeitskodex initiiert. Der DNK bietet einen Rahmen für die Berichterstattung zu nichtfinanziellen Leistungen, der von Organisationen und Unternehmen jeder Größe und Rechtsform genutzt werden kann. Der DNK kann weltweit angewendet werden, der Unternehmenssitz ist nicht relevant. Entsprechenserklärungen (s. Beispiel in Abschn. 2.2) werden in der DNK-Datenbank erstellt und sind öffentlich zugänglich. Damit sind Transparenz und Vergleichbarkeit der teilnehmenden Organisationen zu nachhaltigem Handeln gewährleistet.

Global Reporting Initiative – GRI

Vorgaben für das Erstellen eines Nachhaltigkeitsberichtes (Sustainability Reporting Standards (SRS) der GRI) und Informationen über das Nachhaltigkeitsmanagement. GRI ist das weltweit größte Netzwerk für Nachhaltigkeitsberichte. Unternehmen können hier ihre Berichte auch veröffentlichen.

Global Compact der Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen verfolgen mit ihrer Initiative das Ziel, Unternehmen zu grundlegenden Prinzipien zu verpflichten, die in deren operativem Handeln und Strategien umgesetzt werden sollen. Dazu gehören Menschenrechte, Arbeitsbedingungen, Umwelt und Anti-Korruption, die in 10 Prinzipien zusammengefasst werden. Die Teilnahme erfordert eine jährliche, öffentlich zugängliche Fortschrittsmitteilung.

SA8000 – Standard Social Accountability

Die internationale Organisation SAI hat mit dem SA8000 einen Standard festgelegt, der für Unternehmen als Grundlage einer Zertifizierung dienen kann. Er orientiert sich an Menschenrechten, den Normen der internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und Kinderrechten. Schwerpunkt sind die Arbeitsbedingungen von Herstellern und Zulieferern. Eine Zertifizierung ist durch akkreditierte Zertifizierungsgesellschaften möglich und die Einhaltung der Vorgaben muss durch Überwachungsaudits immer wieder nachgewiesen und alle 3 Jahre erneuert werden.

Weitere Standards und Modelle sind z. B.:

  • B CORP: Grundlage ist die "Declaration of interdependence impact assessment and legal requirements" (Erklärung zu Folgenabschätzung von Wechselwirkungen und rechtlichen Anforderungen). Ziel ist die Vereinbarkeit von Gemeinwohl und privatwirtschaftlichen Interessen.
  • Cradle to Cradle: Der Standard für Produkte fordert einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess bei Design und Herstellung. Dabei werden folgende Aspekte betrachtet: gesundheits- und umweltverträgliche Materialien, Materialwiederverwendung, erneuerbare Energien und CO2-Bilanz, Wasserverbrauch und soziale Fairness.
  • Gemeinwohlökonomie: Ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Der individuelle Beitrag eines Unternehmens zum Gemeinwohl wird auf Basis der

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