Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen

Zusammenfassung

 

Überblick

Mangelhaft gesicherte Ladung auf Fahrzeugen oder in Containern kann nicht nur den Fahrer selber und andere Verkehrsteilnehmer gefährden, sondern auch das entladende Personal. Ebenso sollte die Ladungssicherung auch dafür sorgen, dass der Empfänger keine beschädigte Ladung erhält oder mit ausgetretenen Inhaltsstoffen in Berührung kommt. Die mit der Sicherung der Ladung befassten Unternehmen und Mitarbeiter sind daher stets in besonderem Maße verantwortlich für ihre Ladung. Darüber hinaus spielen auch wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle. Wirtschaftliche Schäden für die beteiligten Unternehmen sowie volkswirtschaftliche Schäden können beträchtlich sein. Nach einer Faustregel könnten mind. 70 % aller Transportschäden durch geeignete Ladungssicherungsmaßnahmen vermieden werden. Dieser Beitrag informiert Sie über die Rechtsgrundlagen und damit über die Verantwortlichkeiten für die Ladungssicherung. Die grundlegenden Techniken der Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen werden aufgezeigt.

1 Rechtliche Grundlagen

1.1 Maßnahmen des Gesetzgebers und der Überwachungsbehörden

Die Bedeutung der Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen nimmt zu. Ursachen sind der rasant wachsende Güterverkehr auf der Straße sowie der Einfluss der Ladungssicherung auf das Unfallgeschehen. Aufgrund dieser Erkenntnisse beziehen sich die Maßnahmen des Gesetzgebers auf Anpassungen im Regelwerk, auf die qualitative und quantitative Verbesserung der Kontrollen sowie auf verbesserte Information und Motivation der beteiligten Personen und Unternehmen.

In der StVO werden ausdrücklich Anforderungen an die Ladungssicherung gestellt. Weiterhin wird explizit auf die Technischen Regeln verwiesen.

Die Bedeutung der Ladungssicherung wird auch anhand der Zahlen der Schadensversicherer deutlich. Sie müssen jedes Jahr Millionenbeträge für Schäden durch mangelnde Ladungssicherung zahlen.

1.2 Straßenverkehrsordnung

Die Forderungen der Straßenverkehrsordnung dienen dem Schutz aller Personen, die sich im öffentlichen Verkehrsbereich befinden. Maßgeblich für die Ladungssicherung sind die §§ 22 und 23 StVO.

Der § 22 Abs. 1 StVO lautet wie folgt:

"Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik zu beachten."

§ 22 StVO richtet sich an alle bei der Beladung Beteiligten, insbesondere aber an denjenigen, der unter eigener Verantwortung das Fahrzeug beladen hat (z. B. Leiter der Ladearbeit, OLG Stuttgart, Beschluss vom 27.12.1982).

Die Begründung zu § 22 StVO stellt klar, was unter "anerkannten Regeln der Technik" zu verstehen ist: Dies sind vor allem DIN- und EN-Normen sowie die VDI-Richtlinien, gegenwärtig z. B. die VDI-Richtlinie 2700 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen" sowie die VDI-Richtlinie 2701 "Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen, Zurrmittel" und die VDI-Richtlinie 2702 "Zurrkräfte".

Die Verwaltungsvorschrift zu § 22 StVO führt aus: "Zu verkehrssicherer Verstauung gehört sowohl eine die Verkehrs- und Betriebssicherheit nicht beeinträchtigende Verteilung der Ladung, als auch deren sichere Verwahrung, wenn nötig Befestigung, die ein Verrutschen oder gar Herabfallen unmöglich macht. (...) Es ist vor allem verboten, Kanister oder Blechbehälter ungesichert auf der Ladefläche zu befördern".

Die o. g. VDI-Richtlinie 2700 enthält nicht nur Regelungen zur Technik, sondern auch zur Verantwortung für Ladungssicherung. Die Verantwortung des Verladers beschreibt Punkt 1.1, Anwendungsbereich: "Die Richtlinie ist bestimmt für Fahrer, Fahrzeughalter und Verlader." Weiter wird ausgeführt: "Grundsätzlich gilt, dass jeder, der mit der Verladung von Gütern betraut ist, auch für eine sachgerechte Ladungssicherung verantwortlich zeichnet. Der Verlader, der Fahrer, der Fahrzeughalter sowie der Absender und der Frachtführer stehen somit in der Pflicht, Ladungssicherungsmaßnahmen zu ergreifen." Das ist eine eindeutige Aussage, stellt sie doch klar, dass der Fahrer nicht allein die Verantwortung trägt.

§ 23 Abs. 1 StVO enthält u. a. folgende Regelung:

"Der Fahrer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und sein Gehör nicht durch die Besetzung, die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeuges beeinträchtigt werden. Er muss dafür sorgen, dass das Fahrzeug, der Zug, das Gespann sowie die Ladung (...) vorschriftsmäßig sind und die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung (...) nicht leidet."

 

Achtung

Überladung und falsche Lastverteilung vermeiden

Für den Fahrer bedeutet § 23 StVO: Überladung und falsche Lastverteilung vermeiden, regelmäßige Kontrolle der Ladungssicherung während der Fahrt durchführen!

§ 31 Abs. 2 Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) bestimmt u. a. hinsichtlich der Inbetriebnahme von Fahrzeugen:

"Der Halter darf die Inbetriebnahme nicht anordnen oder zulassen, wenn ihm bekannt ist oder bekannt sein muss, dass der Führer nicht zur selbständigen Leitung geeignet oder das Fahrzeug, der...

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