Gefährdungsbeurteilung bei ... / 4.2 Wirkungsspezifische Faktoren

Die Schweißrauche können hinsichtlich der spezifischen Wirkung ihrer Inhaltsstoffe (Einzelkomponenten) auf den menschlichen Körper in 3 Klassen (Wirkungsklassen) eingeteilt werden:

  1. Schweißrauch-Wirkungsklasse A:

    Schweißrauche ohne toxische Stoffe, atemwegs- und lungenbelastend;

    Stoffe mit AGW = 1,25 mg/m³ (A), z. B. Magnesiumoxid

  2. Schweißrauch-Wirkungsklasse B:

    Schweißrauche mit toxischen oder toxisch-irritativen Stoffen,

    Stoffe mit AGW < 1,25 mg/m³, z. B. Manganoxid

    AGW für Mn = 0,2 mg/m³(E)

  3. Schweißrauch-Wirkungsklasse C:

    Schweißrauche mit krebserzeugenden Stoffen, Stoffe ohne AGW, mit Exposition-Risiko-Beziehungen, also mit anderen Beurteilungsmaßstäben, z. B. Chrom(VI)-Verbindungen, Nickeloxid.

Eine Zuordnung der Gefährdung nach Emissionsraten und Wirkung wird in Tab. 4 dargestellt. Sie erfolgt nach verfahrens- und werkstoffspezifischen Faktoren und dient als Grundlage für die weitere Beurteilung am Arbeitsplatz und die Auswahl der jeweiligen Schutzmaßnahmen.

 
Schweißverfahren Emissionsklassen Emissionsraten (mg/s) Wirkung/Wirkungsklasse
A B C
Atemwegs- und lungenbelastende Stoffe, z. B. Eisenoxide Toxische oder toxisch-irritative Stoffe, z. B. Fluoride, Manganoxid, Kupferoxid Krebserzeugende Stoffe, z. B. Cr-(VI)-Verbindungen, Nickeloxid
Gefährdung Gefährdung Gefährdung
z. B. UP* 1 < 1 n G (A1) n G (B1) n G (C1)
z. B. WIG** 1 < 1 n G (A1) m G (B1) m G (C1)
z. B. Laserstrahlschweißen ohne Zusatzwerkstoff 2 1 bis 2 m G (A2) h G (B2) h G (C2)
z. B. LBH, MAG (Massivdraht), MIG, Laserstrahlschweißen mit Zusatzwerkstoff 3 2 bis 25 h G (A3) h G (B3) h G (C3)
z. B. MAG (Fülldraht); Fülldraht-Schweißen ohne Schutzgas 4 > 25 s h G (A4) s h G (B4) s h G (C4)

n G = niedrige Gefährdung; m G = mittlere Gefährdung; h G = hohe Gefährdung; s h G = sehr hohe Gefährdung

A1 bis C4 = Schweißrauchklassen

* automatisiert

** Siehe DGUV-I 209-058 "Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickellegierten Zusatz- und Grundwerkstoffen" sowie DGUV-I 213-712 "BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung – Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG-Schweißen)".

Tab. 4: Beurteilung der Gefährdung anhand von Emissionsraten und Wirkung beim Schweißen

Eine hohe Gefährdung liegt grundsätzlich dann vor, wenn bei schweißtechnischen Verfahren die Schweißrauchkonzentration den Grenzwert deutlich überschreitet. Die Bewertung kann entweder auf der Basis konkreter arbeitsplatzbezogener Messungen oder durch gesammelte Erfahrungen aus vorherigen Untersuchungen vorgenommen werden.

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