Farbgestaltung

Zusammenfassung

 
Begriff

Farbgestaltung ist der bewusste Einsatz der Farbe, um eine optimale Arbeits- und Lebensumgebung zu schaffen. Die Farbgestaltung greift auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Farbergonomie zurück, die das Zusammenspiel der folgenden Bereiche untersucht:

  • physiologische und psychologische Komponenten,
  • des physikalischen Prozesses, von erlernten, kulturellen Vorlieben (Ästhetik) und der Datenverarbeitung im Gehirn.

1 Farben im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Farben können das Wohlbefinden des Menschen wesentlich beeinflussen, positiv wie negativ. In der Arbeitsumgebung der Produktion dient vorrangig die Farbgebung zur Orientierung und zur Sicherheit, als Warnelement oder zur Sicherheitskennzeichnung. Im Büro dient die Farbgestaltung nicht nur zur Orientierung und Sicherheit, sondern spielt eine wichtige Rolle beim Wohlbefinden der Mitarbeiter. Die Zusammenhänge zwischen Farben und ihrer Wirkung auf den Menschen sind häufig nicht ausreichend bekannt. Diese Defizite sind zu bedauern, da die Wahl der richtigen Farbgestaltung im Allgemeinen keine Kostenfrage, sondern ein Planungsfrage ist.

2 Nutzen der Farbgestaltung

Die Möglichkeiten, die Arbeitsbedingungen durch den richtigen Einsatz von Farben zu verbessern, werden bisher immer noch unzureichend genutzt. Die Art, Intensität und Zusammenstellung der Farben haben auf den Beschäftigten psychische und physische Auswirkungen, die sich besonders im emotionalen und vegetativen Bereich bemerkbar machen. Helle Farben wirken anregend und freundlich, dunkle Farben dagegen erdrückend, wobei Unsauberkeiten in dunkel gestalteten Räumen nicht so auffallen.

Der Mensch lernt seine Umwelt vorwiegend durch visuelle farbliche Sinneseindrücke kennen. Die Eindrücke, die der Mensch von seiner Arbeitsumgebung vermittelt bekommt, stehen im engen Zusammenhang mit seiner Kontaktfreude, Selbstsicherheit, Leistungsfähigkeit und der positiven Einstellung zur Arbeitstätigkeit. Die Farbgestaltung und die Beleuchtungsverhältnisse spielen dabei eine wesentliche Rolle, da Farben und Licht das vegetative Nervensystem beeinflussen und Auswirkungen auf das Wohlbefinden haben. Die sinnvolle Verwendung von Farben bei der Gestaltung der Arbeitsumwelt und eine ergonomische Beleuchtung am Arbeitsplatz sind wichtige Beiträge zur Gesundheitsförderung und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Die richtige Farbgestaltung bringt Gewinn

Die richtige Farbgestaltung

  • verbessert die Wahrnehmung durch eine bessere Unterscheidbarkeit des Arbeitsgutes und schont so die Augen und den Organismus,
  • baut Disstress und Frustration ab,
  • steigert die Leistung, verringert Fehlleistungen und wirkt Ermüdungen entgegen,
  • beugt Monotonie und Irritationen vor,
  • hebt die Stimmung und erhöht die Bereitschaft und Begeisterungsfähigkeit unter Begleitung von Erfolgserlebnissen,
  • verbessert Kontakt und Einsicht in das Arbeitsgeschehen durch richtige Visualisierung und Assoziationshilfen,
  • baut belastende Sinneseindrücke ab,
  • kann subjektive Beeinträchtigungen durch negative Umgebungseinflüsse wie Lärm, Gerüche und unzuträgliche Temperaturen verringern,
  • erhöht die Sicherheit: Durch den Einsatz von Sicherheits- und Ordnungsfarben werden Unfallgefahren und Verwechslungsmöglichkeiten herabgesetzt,
  • schafft Ordnung: Farben sind ein wichtiger Ordnungsfaktor beim Arbeitsfluss, bei der Lagerung und beim Transport,
  • fördert die Orientierung: Farb- und Formzeichen sind wichtige Informationshilfen. Raumgliederungsmaßnahmen durch verschiedene Farbbezirke; Kennzeichnung unterschiedlicher Funktionen (an Anlagen, Maschinen). Verwendung von Symbolen,
  • begünstigt die Erholung: Eine energieaufbauende Farb- und Lichtumgebung während der Pausenzeiten kann den Erholungseffekt während der Pausen entscheidend unterstützen.

Das Zusammenwirken von Farbe und Beleuchtung im Arbeitsumfeld spielen dabei eine wichtige Rolle.

3 Farbigkeit, sichtbarer Bereich des Lichtes

Die Farbigkeit hängt von der jeweiligen Wellenlänge ab, die in Nanometer (nm) gemessen wird. Der sichtbare Bereich des Lichtes beinhaltet die Wellenlänge von etwa 380 bis 780 nm. Die nicht mehr sichtbaren Strahlenbereiche sind Ultraviolett (100-300 nm) und Infrarot (oberhalb 780 nm). Für das menschliche Auge ist es deshalb nicht möglich, bei der Darstellung roter Zeichen auf blauem Hintergrund sowohl das Zeichen als auch den Hintergrund scharf zu sehen. Entweder können die Zeichen fokussiert werden oder das Auge stellt sich auf den Hintergrund ein, dann werden die Zeichen unscharf wahrgenommen. Beim Anwender kann es zu Ermüdungserscheinungen des visuellen Systems kommen.

Werden rote und blaue Teilbilder unmittelbar nebeneinander verwendet, kommt es durch die unterschiedlichen Wellenlängen und Leuchtintensität der Farben zu Störungen des räumlichen Sehens. Die gemeinsame Darstellung gesättigter roter und blauer Farbtöne ist deshalb zu vermeiden. Beim gleichzeitigen Einsatz von verschiedenen Farben am Bildschirm mit unterschiedlicher Wellenlänge und Leuchtintensität bedeutet das:

Wenn die Farben grün und gelb auf der Netzhaut scharf gesehen werden, dann werden blau vor der Netzhaut und rot hinter der Netzhaut abgebildet.

Zur Hervorh...

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