Die gesetzliche Unfallversi... / 4.2.6 Durchgangsarzt (D-Arzt)

Eine durch einen Arbeitsunfall verletzte Person muss i. d. R. einem sog. Durchgangsarzt (D-Arzt) vorgestellt werden, also einem Arzt mit speziellen unfallmedizinischen Kenntnissen (Facharzt für Chirurgie mit Schwerpunkt Unfallchirurgie oder ein Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzbezeichnung "Spezielle Unfallchirurgie"). Die Zulassung zum D-Arzt wird von den UV-Trägern erteilt. Der D-Arzt soll als Quasi-Vertreter der Unfallversicherung das gesamte Heilverfahren steuern. Er ist also von der Erstversorgung über die Rehabilitation bis hin zur Festlegung von Entschädigungsleistungen koordinierend tätig. In Deutschland gibt es ca. 3.500 zugelassene Durchgangsärzte, jährlich werden etwa 3 Mio. Versicherte von einem Durchgangsarzt behandelt. Obwohl der Arbeitgeber die Angestellten darüber informieren soll, in welchen Fällen sie direkt einen D-Arzt aufsuchen müssen, wird dies wahrscheinlich allgemein wenig bekannt sein. Wenn ein Verletzter irrtümlich zuerst seinen Hausarzt aufsucht, muss dieser dann den Patienten an einen D-Arzt überweisen. Soweit es medizinisch nötig ist und besonders in Notfällen darf (und muss) natürlich jeder Arzt, ungeachtet der formalen Regelungen, die sofort erforderliche Behandlung durchführen. Da bei einem Arbeitsunfall die Unfallversicherung Kostenträger ist, muss keine Praxisgebühr gezahlt werden.

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