Arbeitsschutz in der Corona... / 3.3.5 Auftreten von Infektionsfällen im Betrieb
 
Wichtig

Verdacht einer SARS-CoV-2-Infektion im Betrieb

Im akuten Verdachtsfall muss sich ein erkrankter Beschäftigter so verhalten, wie es die örtliche Gesundheitsbehörde vorsieht, d. h. sich in häusliche Isolation begeben, einen Arzt kontaktieren, der den Verdacht verifiziert und ggf. weitere Schritte einleitet. Da die Infektionsschutzmaßnahmen im Betrieb dazu angetan sind, eine schnelle Weiterverbreitung zu vermeiden, zieht ein solcher Verdachtsfall meist keinen unmittelbaren Handlungsbedarf im Betrieb nach sich. Den Anordnungen des örtlichen Gesundheitsamts, die ggf. im Anschluss übermittelt werden, ist Folge zu leisten.

Berichtet ein Beschäftigter am Arbeitsplatz davon, dass bei einem Haushaltsangehörigen eine SARS-CoV-2-Infektion bestätigt wurde, macht es Sinn, diese Person unverzüglich nach Hause zu schicken, weil mit hoher Sicherheit davon auszugehen ist, dass eine Quarantäne durch das Gesundheitsamt ausgesprochen wird.

Wenn eine SARS-CoV-2-Infektion im betrieblichen Umfeld erfolgt, besteht u. U. Versicherungsschutz. Für Beschäftigte, die "im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt" waren, kann eine Anerkennung als BK-Nr. 3101 der Anlage 1 zur Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) "Infektionskrankheiten" erfolgen. Die BK-Meldung erfolgt dann über den behandelnden Arzt.

Für alle anderen Beschäftigten kommt dann, wenn eine Infektion nachweislich als Folge einer versicherten Tätigkeit erfolgt ist, eine Meldung als Arbeitsunfall infrage. Ob und unter welchen Bedingungen eine solche anerkannt wird, ist eine Einzelfallfrage. Relevant wird das zwar nur dann, wenn bei der Erkrankung Folgeprobleme auftreten und besondere Heilbehandlungen nötig werden. Das ist glücklicherweise sehr selten, aber nicht ausgeschlossen. Daher sollten Infektionen, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit im beruflichen Umfeld übertragen wurden, sorgfältig dokumentiert und eine Meldung als Arbeitsunfall vorgenommen werden, um die Interessen des Betroffenen zu wahren.

Betriebsärzte sind gehalten, ihnen bekannt gewordene SARS-CoV-2-Infektionen dahingehend auszuwerten, ob mit bestimmten Tätigkeitsbereichen eine erhöhte Infektionsgefährdung verbunden ist, die spezifische Maßnahmen erforderlich macht (Abschn. 5.3 C-ASR).

Nach Abschn. 5.5 C-ASR ist der Arbeitgeber gehalten, für Beschäftigte, die nach einer überstandenen Covid-19-Erkrankung an den Arbeitsplatz zurückkehren, zu prüfen, ob ggf. physische oder psychischer Folgen vorliegen, die besondere Maßnahmen erforderlich machen.

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