Arbeitsschutz in der Corona... / 3.1.3 Einsatz von FFP2-Masken

Nach SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel müssen FFP2-Masken (nur) dann getragen werden, wenn die Gefährdungsbeurteilung ein besonders hohes Infektionsrisiko ausweist. Ausdrücklich sieht die Regel das dann als gegeben an, wenn der Schutzabstand unterschritten werden muss und eine der beteiligten Personen keine MNB trägt. In diesen Fällen sollen dann die übrigen Beteiligten zum Eigenschutz FFP2-Atemschutzmasken (wegen des Fremdschutzes ohne Ausatemventil) tragen (Abschn. 4.1 Abs. 3 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel). Das stellt in bestimmten Situationen des Arbeitslebens, v. a. in der Pflege und Betreuung, erheblichen Material- und Logistikaufwand dar, v. a. aber eine Belastung für Beschäftigte, wenn diese Kontakte mehr als nur gelegentlich auftreten.

In erster Linie sollte diese Vorgabe dahingehend umgesetzt werden, dass wirklich von allen Beteiligten bei Unterschreitung des Schutzabstandes MNS getragen wird, um das Tragen von FFP2-Masken möglichst zu vermeiden. Ist das nicht durchführbar, ergibt sich aus der FFP2-Tragepflicht (abhängig von der Tragedauer) ggf. erweiterter Handlungsbedarf, z. B. Regelung von Tragezeitbegrenzungen und Angebotsvorsorgen.

Unverzichtbar sind FFP2-Masken für den unmittelbaren Kontakt mit bekannt infektiösen Personen oder Verdachtsfällen.

In Phasen hoher Infektionszahlen (und verbesserter Verfügbarkeit von Schutzausrüstung) ziehen es manche Beschäftigte vor, grundsätzlich FFP2-Masken statt MNS zu tragen, und einzelne Unternehmen ordnen das als weitergehende Infektionsschutzmaßnahme in bestimmten Bereichen oder sogar grundsätzlich an. Regierungsbehörden gehen z. T. ähnlich vor und ordnen über die Allgemeinverfügungen der Länder Tragepflicht für FFP2-Masken in bestimmten Situationen an. Damit ist der dringende Wunsch verbunden, keine Möglichkeit zum präventiven Infektionsschutz ungenutzt zu lassen.

Aus Arbeitsschutzgründen darf dabei nicht außer Acht gelassen werden, dass das Tragen von FFP2-Masken eine nicht unerhebliche Belastung für Beschäftigte darstellt und deswegen (außerhalb des Gesundheitswesens) grundsätzlich keine Dauer- und Langzeitlösung sein soll. Auf keinen Fall dürfen in der Folge andere wesentliche Schutzmaßnahmen (Abstandsgebot, Lüften, Fernbleiben von Personen mit Symptomen) deswegen ignoriert werden.

 
Achtung

FFP2-Masken richtig tragen!

Eine FFP2-Maske schützt nicht durch ihr Vorhandensein gut, sondern nur dann, wenn sie richtig angelegt wird. Dann allerdings ist auch der Atemwiderstand spürbar hoch und das Arbeiten mit der Maske erschwert.

Aktuell ist zu häufig zu sehen, dass Nutzer FFP2-Masken nur lose auf das Gesicht setzen, sodass besonders im Nasen- und Wangenbereich erhebliche Öffnungen verbleiben, die die Schutzwirkung der Maske sehr stark reduzieren. Auf diese Weise wird zwar der Atemwiderstand erheblich reduziert und die Maske als angenehmer empfunden. Es ist aber davon auszugehen, dass auf diese Weise getragene FFP2-Masken einen eher schlechteren Schutz bieten als gut sitzender MNS. Auf diese Weise werden Ressourcen verschwendet und eine falsche Sicherheit vorgetäuscht.

Es ist darauf zu achten, dass FFP2-Masken nach Anweisung zu verwenden sind. Insbesondere bei flach verpackten Masken muss der gefaltete Nasenbügel eng auf den Nasenrücken gedrückt und seitlich angelegt werden. Die Ränder der Masken werden mit flachen Händen an das Gesicht gedrückt und der Dichtsitz ggf. über die Befestigungsbänder korrigiert.

 
Achtung

Atemschutzmasken ohne CE/FFP2-Kennzeichnung

In der ersten Welle der Epidemie im Frühjahr 2020 wurden massenhaft partikelfiltrierende Halbmasken nach außereuropäischen Normen importiert, weil der Bedarf an FFP2-Masken EU-intern kurzfristig nicht zu decken war. Dazu wurde eine Ausnahmeregelung geschaffen, nachdem u. a. Masken nach der chinesischen Norm KN95 gleichwertig zu FFP2-Masken eingesetzt werden durften. Nachprüfungen dieser Masken durch u. a. deutsche Institute erwiesen in vielen Fällen durchaus zufriedenstellende Schutzwirkungen. Allerdings erreichten in der aufgeheizten Marktsituation auch minderwertige Produkte und Fälschungen den deutschen Markt.

Zwischenzeitlich ist die Ausnahmeregelung ausgelaufen und es dürfen nur noch Atemschutzmasken gekauft und eingesetzt werden, die als Schutzausrüstung mit dem CE-Kennzeichen versehen und als FFP2 eingestuft sind. Bestände, die während der Gültigkeit der Ausnahmeregelung gekauft wurden, dürfen allerdings weiter verwendet werden, was angesichts des aktuell hohen Bedarfs auch unvermeidlich sein dürfte.

Wenn Zweifel an der Güte von vorhandenen Atemschutzmasken bestehen, sollte Folgendes geprüft werden:

  • Inaugenscheinnahme: Wie ist die Verarbeitungsqualität der Masken, ggf. im Vergleich zu zertifizierten FFP2-Masken aus vertrauenswürdiger Quelle? Sind die Masken dicht, gleichmäßig und fehlerfrei verarbeitet? Baut die Maske, wenn sie richtig angelegt ist (s. o.) einen guten Dichtsitz und einen glaubhaften Atemwiderstand auf?
  • Zertifizierung: Ist die Kennzeichnung der Maske und das Prüfzertifikat, das der Lieferant zur Verf...

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