Arbeiten in Küchenbetrieben / 2.8 Arbeitskleidung, Persönliche Schutzausrüstung

Abschn. 3.6.14 DGUV-R 110-002 enthält konkrete Sicherheitsanforderungen an Arbeitskleidung für Beschäftigte in Küchen: "Bei der Arbeit darf nur Kleidung getragen werden, durch die ein Arbeitsunfall, insbesondere durch sich bewegende Teile von Einrichtungen, durch Hitze, ätzende Stoffe, Spritzer von heißen Flüssigkeiten, nicht verursacht werden kann. Beim Umgang mit offenem Feuer ist Kleidung zu tragen, die nicht leicht Feuer fangen kann und ein ungefährliches Schmelzverhalten aufweist."

Schuhwerk wird dann als geeignet angesehen, wenn es insbesondere

  • einen ausreichend festen Sitz am Fuß gewährleistet,
  • im vorderen Bereich vollkommen geschlossen ist,
  • einen Fersenhalt aufweist,
  • Absätze mit ausreichend großer Auftrittfläche und mäßiger Höhe besitzt,
  • rutschhemmend ausgebildete Sohlen und Absätze aufweist und
  • ein ausgeformtes Fußbett hat, das auch bei hoher Laufleistung die Beanspruchung in erträglichen Grenzen zu halten vermag.

Beschäftigte sind gemäß § 15 DGUV-V 1 zu sicherheitsgerechtem Verhalten verpflichtet. Daher kann der Arbeitgeber verlangen, dass entsprechende Kleidung und Schuhwerk benutzt wird, ohne dass er die Kosten dafür übernehmen muss (was in der Praxis aber doch häufig der Fall ist).

Anders ist es für ausgewiesene Persönliche Schutzausrüstung, für die selbstverständlich der Arbeitgeber aufzukommen hat. Entsprechend der anfallenden Tätigkeiten bzw. der Gefährdungsbeurteilung können das sein:

  • Berufsschuhe, Schutz- oder Sicherheitsschuhe bei Gefährdungen, z. B. durch Fette, Nässe, chemische Reinigungsmittel, Handhaben schwerer Gegenstände, Umgang mit Flurförderzeugen,
  • Kälteschutz für Mitarbeiter, die in Kühlräumen beschäftigt sind,
  • Chemikalienschutzhandschuhe und Schutzbrillen für Reinigungsarbeiten,
  • flüssigkeitsdichte Schürzen,
  • Schnittschutzhandschuhe und -schürzen u. a.
 

Achtung

Sicherheitsschwerpunkt Gefahrstoffe

Wo mit Lebensmitteln umgegangen wird, ist beim Umgang mit Gefahrstoffen besondere Vorsicht geboten. Aus praktischen und hygienischen Gründen kommt man aber in Küchen um den Einsatz geeigneter Reinigungs- und Desinfektionsmittel nicht herum. Im professionellen Bereich haben besonders Reinigungskonzentrate z. B. für Spülmaschinen und Eiweißlöser für Gargeräte (Öfen, Grillgeräte, Kombidämpfer) z. T. erhebliches Risikopotenzial (z. B. Kennzeichnung "ätzend"). Der sichere Umgang mit solchen Mitteln beinhaltet z. B. die Verwendung von Dosiereinrichtungen. Der bestimmungsgemäße Einsatz und die nötige Schutzausrüstung sollten Gegenstand der Unterweisung sein.

Übrigens: Auch einige Gewürze wie bestimmte Chilisorten können erhebliche Hautreizungen verursachen und wären kennzeichnungspflichtig, wenn sie entsprechend der Gefahrstoffverordnung eingestuft würden.

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