Arbeiten in Behältern

Zusammenfassung

 

Begriff

Unter Behältern versteht man mit festen Wänden umgebene luftaustauscharme Bereiche, z. B. Tanks, Kessel, Schächte, Maschinen oder Rohrleitungen. Die Arbeit in Behältern umfasst alle Tätigkeiten, bei denen sich Beschäftigte in Behältern aufhalten. Dazu gehören Reinigungs- und Wartungsarbeiten, Inspektionen und Reparaturen. Das Arbeiten in Behältern oder auch engen Räumen stellt eine der gefährlichsten Tätigkeiten dar.

Diese Gefährdungen haben ihre Ursache in der besonderen räumlichen Enge oder in den sich im Behälter befindlichen Stoffen bzw. Einrichtungen. Daher sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wenn Behälter befahren werden oder in ihnen gearbeitet wird.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Regeln zum sicheren Arbeiten in Behältern enthalten DGUV-R 113-004 "Behälter, Silos und enge Räume" und DGUV-R 113-005 "Umgang mit transportablen Silos".

1 Mit welchen Gefährdungen ist zu rechnen?

Bei der Arbeit in Behältern sind die in Tab. 1 aufgeführten Gefährdungen möglich.

 
Gefährdung Beispiele
Organisatorische Mängel Keine Unterweisung, kein Erlaubnisschein
Gefahrstoffe, Stoffe und ­Zubereitungen Sauerstoffanreicherung durch Fehlbedienung beim Schweißen, Reststoffe im Behälter, Entfernen oder Aufbringen von Beschichtungsstoffen im Behälter
Sauerstoffmangel Fehlende Belüftung, Sauerstoffverbrauch bei der Arbeit
Brände, Explosionen Vorhandene brennbare Stoffe
Absturz Absturz in den Behälter oder im Behälter
Mechanische Einwirkungen Bewegliche Teile oder Einbauten wie Fördereinrichtungen, verwendete Flüssigkeitsstrahler
Elektrischer Strom Unfall durch verwendete elektrische Geräte wie Handleuchten oder elektrische Handwerkzeuge
Hitze oder Kälte Aufgeheizte oder kalte Behälterteile, Schweißarbeiten
Strahlung z. B. durch Messgeräte
Erhöhte körperliche ­Belastungen Körperlich schwere Arbeit im Behälter, Arbeiten in Zwangshaltungen
Nicht ausreichende ­Rettungsmaßnahmen Fehlender Sicherungsposten, fehlende Einrichtungen/Geräte für die Notfallrettung
Versinken oder Verschütten Der Behälter enthält noch Reststoff oder das Produkt

Tab. 1: Gefährdungen bei der Arbeit in Behältern

2 Welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu ergreifen?

Die Vorgehensweise für das Arbeiten in Behältern muss der Unternehmer festlegen. Bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann, sind diese Punkte zu beachten:

  • Die im speziellen Einzelfall möglichen Gefährdungen müssen ermittelt und beurteilt werden.
  • Die sich ergebenden technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen einschließlich Notfall- und Rettungsmaßnahmen sind in einem schriftlichen Befahrerlaubnisschein zusammenzufassen. Einen Mustererlaubnisschein enthält Anhang 1 DGUV-R 113-004. Daraus folgt, dass die Arbeit in Behältern nur mit einer schriftlichen Erlaubnis gestattet ist.
  • Es sind alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.
  • Die Rettung muss trainiert werden.
  • Alle beauftragten Personen müssen über die Gefährdungen und Schutzmaßnahmen unterrichtet werden. Die beauftragten Personen haben per Unterschrift auf dem Befahrerlaubnisschein zu bestätigen, dass sie Kenntnis der festgelegten Maßnahmen haben. Handelt es sich um regelmäßig wiederkehrende Tätigkeiten, so sind die beteiligten Personen mindestens halbjährlich zu unterweisen.
  • Eine weisungsbefugte aufsichtsführende Person ist einzusetzen.

Während bestimmter Arbeiten in Behältern ist mindestens ein Sicherungsposten, der mit der im Behälter arbeitenden Person in ständigem Kontakt (z. B. Sicht, Rufweite etc.) steht, einzurichten. Der Sicherungsposten muss Hilfe holen können, ohne seinen Platz zu verlassen.

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