Anästhesiegase / Zusammenfassung
 

Begriff

In der Human- und Veterinärmedizin werden Mittel eingesetzt, um beim Patienten einen kontrollierten und reversiblen Bewusstseinsverlust zu erreichen: Der Patient empfindet keine Schmerzen, zeigt keine Abwehrreflexe und seine Muskeln sind entspannt. Umgangssprachlich wird dieser Zustand der Allgemeinanästhesie Narkose genannt. Gasförmige Narkosemittel werden als Anästhesiegase bezeichnet. Sie werden – wie verdampfbare (volatile d. h. flüchtige) Narkosemittel – i. Allg. dem Sauerstoffstrom zur Beatmung zugesetzt und inhaliert. Inhalationsanästhetika sind:

  • Gase: Lachgas (Distickstoffoxid), Xenon; seltener verwendet werden Kohlendioxid oder Argon
  • verdampfbare Narkosemittel: Chloroform, Flurane, z. B. Isofluran, Sevofluran, Desfluran (Halothan und Enfluran sind nicht mehr zugelassen).

An medizinische Gase wie Sauerstoff oder Lachgas werden höhere Qualitätsanforderungen gestellt als an technische Gase, die deshalb nicht zu medizinischen Zwecken eingesetzt werden dürfen. In Deutschland darf nur der Facharzt (Anästhesist) Anästhesie anwenden. Narkosemittel zur Inhalation können Beschäftigte und Umwelt gefährden.

 

Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Es gelten folgende gesetzlichen Regelungen:

  • Gefahrstoffverordnung
  • Betriebssicherheitsverordnung
  • Medizinproduktegesetz
  • DGUV-I 213-032 "Gefahrstoffe im Krankenhaus – Pflege- und Funktionsbereiche", insbesondere Abschn. 14
  • BG/BIA-Empfehlung "Anästhesiearbeitsplätze: Operationssäle (1017, Stand: Oktober 1999)" und "Anästhesiearbeitsplätze: Aufwachräume (1018, Stand: 1997)"
  • TRBS 1201 Teil 2 "Prüfungen und Kontrollen bei Gefährdungen durch Dampf und Druck"
  • TRBS 2141 "Gefährdungen durch Dampf und Druck"
  • TRBS 2152 "Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre" (Teile 1, 2, 3 und 4)
  • TRGS 727 "Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen"
  • DIN EN ISO 4135 "Anästhesie- und Beatmungsgeräte"
  • DIN EN 14513 "Ortsbewegliche Gasflaschen"
  • TRGS 400 "Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen"
  • TRGS 402 "Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition"
  • TRGS 525 "Gefahrstoffe in Einrichtungen der medizinischen Versorgung"
  • DIN 13260-2 "Versorgungsanlagen für medizinische Gase, Teil 2"

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Arbeitsschutz Office. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Arbeitsschutz Office 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.


Meistgelesene beiträge