Ein neuer Trend ist das Phänomen, sich als gesunder Mensch mit i. d. R. verschreibungspflichtigen Medikamenten zur Behandlung psychischer Erkrankungen zu dopen, um den Belastungen in beruflichen und privaten Stresssituationen standzuhalten. Man wünscht sich eine Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit, der Konzentrations- und Merkfähigkeit, eine Stabilisierung oder Verbesserung der emotionalen Stimmung und eine Steigerung des Selbstvertrauens (Enhancement = Steigerung, Verbesserung).

Verbreitung

  • Rund 7 % der Erwerbstätigen geben an, wenigstens einmal im Leben ein verschreibungspflichtiges Medikament als Dopingmittel für ihre Arbeit benutzt zu haben.
  • Inklusive der Dunkelziffer beträgt der Anteil etwa 12 %.
  • Regelmäßig dopen sich 2 % der befragten Personen.
  • Hochgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung sind das rund 700.000 Beschäftigte.
  • 10 % der Erwerbstätigen sind prinzipiell aufgeschlossen für pharmakologisches Neuroenhancement.[1]

Wer dopt?

  • Überforderte Mitarbeiter mit belastenden Arbeitsbedingungen: unregelmäßige Arbeitsabläufe, fordernde Arbeitstätigkeiten, gekoppelt mit permanentem Zeit-, Termin-, Kosten- und Leistungsdruck, schlechtes Betriebsklima.
  • Eher Arbeiter und Angestellte mit einfachen Tätigkeiten und unsicheren Arbeitsplätzen.
  • Ältere Arbeitnehmer: 60- bis 65-Jährige. Die Dopingquote steigt mit dem Alter an.[2]

Dennoch kann man resümieren, dass alle Menschen Gefahr laufen, sich synthetische Hilfe zu suchen, wenn sie an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kommen.

Gefahr

Problematisch dabei ist, dass Medikamente für psychisch Erkrankte nicht für Gesunde gedacht sind. Sie können kurzfristig Wirkung zeigen, mittel- bis langfristig sind sie kontraproduktiv (Nebenwirkungen, Abhängigkeit).

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