Praxis-Tipp

Spalten ergänzen

Ergänzen Sie die 2 zusätzlichen Spalten "Erledigt bis" und "Kontrolle der Wirksamkeit" bei Durchführung der Gefährdungsermittlung und -beurteilung.

 
Lfd. Nr. Arbeitsplatz/Arbeitsbereich Gefährdung/Belastung/Mangel Regelwerk T-O-P-Maßnahmen
1 Führen von Triebfahrzeugen im Fern- und Nahverkehr
1.1 Führen von Triebfahrzeugen und zugehörige Tätigkeiten im Personenverkehr[2]

Unfall- und Verletzungsgefahr bei plötzlich einzuleitender Bremsung sowie arbeitsbedingte Erkrankungen durch

  • Hindernisse auf Bahngleis infolge Sturm (umgestürzte Bäume) oder Terror (absichtlich abgelegte Teile)
  • Unfälle oder Suizid von Personen auf Bahngleisen und Gefahr von posttraumatischen Belastungsstörungen[3]
  • lang anhaltendes Sitzen im Führerstand verbunden mit Rückenschmerzen
  • bei großen Abständen zwischen Haltestellen überwiegend Überwachungstätigkeit und Gefahr von Monotonie- und ggf. Ermüdungserscheinungen
  • Beanspruchung des Tf bei Nahverkehrsfahrten und Fahrten zur Tageszeit größer als bei Fernverkehrsfahrten und Fahrten zur Nachtzeit[4]

EBO

ESO

BetrSichV

ASR A2.2

ASR A2.3

ASR A4.3

DGUV-V 72

DGUV-V 73

DGUV-R 112-195

DGUV-R 214-053

DGUV-R 214-085

DGUV-I 206-017

DGUV-I 240-250

DGUV-I 240-460

DGUV-I 250-010

DGUV Leitfaden psychische Belastungen

Technische Maßnahmen:

  • modulare Gruppierung von Überwachungsebene (Funk, elektr. Fahrplan, zentr. Steuereinheit, Diagnostik-Display u. a.) und Bedienebene (Bedienelemente, Keybord u. a.)
  • Reduzierung der Bedienelemente durch Integration mehrerer Funktionen in einen sog. Mastercontroller (z. B. Fahren, Bremsen, Erhaltung der Wachsamkeit durch Sicherheitsfahrschalter SiFa)
  • Einsatz von Funksystemen zur Kommunikation des Tf mit Leitstelle und Zugführer
  • höhenverstellbarer Führerstand und Fußstütze zum Wechsel der Körperhaltung zwischen Sitzen und Stehen
  • übersichtliche Piktogramme vor Bedienelementen
  • Datenbank zur ergonomischen Führerraumgestaltung[5]

Organisatorische Maßnahmen:

  • ständige Beobachtung des Gleisbereichs (einschließlich Gegengleis) und Sichtkontrolle auf Hindernisse
  • hohes Maß an Verantwortung zwischen Fahren im "Automatikbetrieb" und erforderlichem Eingriff zum "manuellen Fahren" bei

    • streckenbedingten spontanen Risiken
    • geländebedingt erforderlicher energieeffizienter manueller Fahrweise (viele Hügel und Tempowechsel)
  • Tür zum Führerraum geschlossen halten
  • Türen unbesetzter Führerräume abschließen
  • Fluchtwege aus Führerräumen der Triebzüge und Steuerwagen freihalten (Kennzeichnung durch Piktogramme)[6]
  • bei Verlassen des Führerraumes zur Störungssuche sowie zu betrieblichen oder technischen Handlungen

    • Ausschalten der Leistungsübertragung
    • Sicherung des Triebfahrzeugs gegen unbeabsichtigte Bewegung
  • regelmäßiges Training (≥ 1x pro Jahr) am Simulator der DB Simulations- und Trainingszentren
  • Arbeitsmedizinische Vorsorge nach G 46
  • ggf. psychische Erste Hilfe und psychologische Betreuung nach DGUV Leitfaden psychische Belastung
  • Eignungsuntersuchung nach G 25

Personenbezogene Maßnahmen:

  • Tragen von Sicherheitsschuhen, Kopfschutz, Schutzhandschuhen beim Kuppeln von Schienenfahrzeugen
1.2 Führen von Lokomotiven und zugehörige Tätigkeiten im Güterverkehr

Besondere Gefahren für Mensch und Umwelt beim Transport gefährlicher Güter und Havarien durch Ausströmen gefährlicher

  • Gase oder
  • Flüssigkeiten
Unfall- und Verletzungsgefahr beim Kuppeln und Entkuppeln von Schienenfahrzeugen

EBO

ESO

BetrSichV

GGVSEB

GefStoffV

DGUV-V 72

DGUV-R 112-189

DGUV-R 112-190

DGUV-R 112-191

DGUV-R 112-195

DGUV-I 212-016

DGUV-I 214-052

Technische Maßnahmen:

  • s. 1.1

Organisatorische Maßnahmen:

  • Stoffe nicht berühren und nicht einatmen
  • Gefahrzone gegen Windrichtung verlassen
  • Erstmaßnahmen: Anhalten von Schienenfahrzeugen, Fernhalten von Menschen
  • Absperren des Gefahrenbereiches
  • Sicherung der Beförderungspapiere
  • Meldung an zuständige Betriebstelle mit Nennung der Nummern zur Kennzeichnung von Gefahr und Stoff
  • Kuppeln und Entkuppeln an Weichen, Kreuzungen, Gruben nur, wenn keine Bewegung möglich ist
  • elektrische Verbindungen nur im spannungsfreien Zustand, kuppeln/entkuppeln, von Tf bestätigen lassen (Stromabnehmer abgesenkt, Dieselmotor abgestellt)
  • Dampfheiz- und Druckluftleitungen nur im drucklosen Zustand kuppeln/entkuppeln

Personenbezogene Maßnahmen:

  • ggf. Tragen von Atemschutzgeräten, Schutzkleidung, Schutzhandschuhen, Sicherheitsschuhen
2 Führen von Triebfahrzeugen im Rangierbetrieb
2.1 Rangieren und zugehörige Tätigkeiten

Unfall- und Verletzungsgefahr durch

  • gefährliche Oberflächen und daraus resultierende Schnitt- oder Platzwunden beim Kuppeln
  • Einquetschen zwischen Puffern bewegter Transportmittel
  • Abstürzen infolge unsicherer Standflächen beim Begleiten von Rangierfahrten
  • gefährliche Körperströme beim Annähern an Spannung führende Teile von Ober- bzw. Speiseleitungen
  • Kontakt mit heißen Medien bzw. Leitungen
  • nicht wahrnehmbare (maskierte) optische und akustische Signale

Gefahr von arbeitsbedingten Erkrankungen infolge von

  • Rangiertätigkeiten mit Gefahrgut transportierenden Waggons (z. B. atemwegsbeeinträchtigende, brand- und explosionsfähige Flüss...

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Arbeitsschutz Office Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Arbeitsschutz Office Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge