Folgende Gefährdungen sowie psycho-physische bzw. psycho-physiologische Belastungen können bei Tf auftreten:[1]

  • Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit der Tf, aber auch des im Falle von Personenzügen vorhandenen Zugpersonals und der mitreisenden Fahrgäste durch

    • auf Bahngleise infolge von Sturm umgestürzte Bäume,
    • gezielt auf dem Bahnkörper vorbereitete Terrorakte,
    • Gewalt und Aggression mitreisender Fahrgäste.
  • Konfrontation mit traumatischen Ereignissen (z. B. Suizidunfälle auf dem Streckennetz der Deutschen Bahn) und extreme psychische Belastung und Beanspruchung hinsichtlich der Verarbeitung solcher Situationen insbesondere bei tödlichem Ausgang,[2]
  • Brand- und Explosionsgefahr beim Rangieren von Waggons mit brand- und explosionsgefährdeten Gütern,
  • Gefahr von Verbrennungen bzw. elektrischen Körperströmen beim Kuppeln von Leitungen mit heißen Medien bzw. von elektrischen Leitungen,
  • Absturzgefahr bei nicht sicher begehbaren Führerständen und unsicheren Standflächen bei Rangierfahrten,
  • Isolation am Arbeitsplatz und ggf. mangelnde soziale Unterstützung,
  • Gefahr von Übermüdung und Unfällen durch Überschreiten von Fahrzeiten zulasten vorgeschriebener Pausen und Ruhezeiten (z. B. Überfahren von Signalen),
  • Belastung und Beanspruchung durch Lärm und Abgase innerhalb der Kabine beim Führen von Dieseltriebfahrzeugen,
  • Gefahr von Lungenkrebs bei Lokrangierführern beim Rangieren mit Dieseltriebfahrzeugen,[3]
  • Muskel-Skelett- bzw. Rückenbeschwerden bei Tf durch permanentes Sitzen an einem möglicherweise ergonomisch mangelhaft gestalteten Führerstand verbunden mit einer ungünstigen Körperhaltung und langen Fahrtzeiten,
  • Beeinträchtigung der Hörfähigkeit von Signalen bzw. Maskierung von Gefahrensignalen durch Umgebungsgeräusche,
  • Infektionsgefahr durch das Virus SARS-CoV-2 beim Umgang mit Passagieren,
  • Hautbelastung durch Arbeiten mit Reinigungs- und Schmiermitteln bei Wartung und Instandhaltung.
[1] DGUV-I 214-069: Gefährdungs- und Belastungs-Katalog Rangieren.
[2] Wiemann/Ruprecht: Arbeitsbedingte psychische Traumatisierungen, in: Bamberg (Hrsg.), Gesundheitsförderung und Gesundheitsmanagement in der Arbeitswelt, Göttingen 2011, S. 323-339.
[3] Garshick et al.: Lung Cancer in Railroad Workers Exposed to Diesel Exhaust, Z. Environmental Health Perspectives 112 (2004), 1539-1543.

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