Bis zu 90 % des Tages verbringen wir in Innenräumen. Dort wimmelt es von chemischen und biologischen Stoffen durch Bauprodukte, Möbel, Reinigungsmittel, Raumluftsprays, Kosmetika und Bürogeräte, wie Laserdrucker und Kopierer. Mehr als 200 flüchtige und schwer flüchtige organische Verbindungen schweben in der Raumluft und belasten sie.

Dass in Toner Schadstoffe enthalten sind, ist durch Studien erwiesen. Nicht einig sind sich die Forscher allerdings, wenn es darum geht, Risiken und Konsequenzen daraus abzuleiten. Über die Jahre hat sich die Diskussion eher verschärft. Man kann auch sagen: je kleiner die Tonerpartikel werden, desto vehementer drängen die einen nach einer Lösung und desto aufwendiger wird auf der anderen Seite der wissenschaftliche Beleg, der für Entscheidungen notwendig ist.

Studien decken immer nur begrenzte Forschungsbereiche ab. Das ist auch der Fall, wenn es um Emissionen aus Bürogeräten geht. Einmal wird nachgewiesen, dass beim Druckprozess viele unterschiedliche Stoffe emittieren, allerdings kann nur ein Teil davon exakt benannt werden. Dann wieder werden Schadstoffe nachgewiesen, über deren genaue Konzentration aufgrund der Untersuchungsmethode nichts ausgesagt werden kann. Wieder andere Untersuchungsreihen gehen von Bedingungen aus, die keine Rückschlüsse auf gesundheitliche Risiken für den Menschen zulassen.

Übersicht über die wichtigsten Untersuchungsergebnisse der letzten Jahre

  • Laserdrucker schleudern u. a. metallische Nanopartikel in die Atemluft. Diese stehen unter dem Verdacht, ähnlich Trojanern über die Lunge ins Blut zu gelangen.
  • Messungen in den Jahren 2005 bis 2007 des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ergeben an Büroarbeitsplätzen durchschnittlich – also über den Arbeitstag verteilt – weniger als 30 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Raumluft.
  • Bei den raster- und transmissions-elektronenmikroskopischen Untersuchungen stellen die Forscher des BfR außerdem fest, dass die ultrafeinen Teilchen selten Tonerpartikel sind.
  • 2008 ermittelt eine Untersuchung der Zeitschrift "Computer Bild" in Tonern von verschiedenen Herstellern Schadstoffe. Dabei handelt es sich um zinnorganische Verbindungen, Azofarbstoffe sowie Dibutylzinn (DBT) in sehr hoher Konzentration.
  • Auch beim Druckvorgang können aus Laserdruckern – je nach Zusammensetzung des Toners – Schwermetalle, Organozinnverbindungen und andere schädliche Substanzen emittieren, wie Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen 2008 nachweisen.[1]
  • 2008 veröffentlicht die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) einen Bericht zu Emissionen aus Bürogeräten während der Druckphase.[2] Nachgewiesen werden u. a. Schwankungen in der TVOC-Emissionsrate je nach Einsatz von Tonerkartuschen aus unterschiedlichen Produktionschargen. Zu den weiteren Ergebnissen zählt, dass schnellere Drucker weniger Toner verbrauchen und dass manche farbigen Toner deutlich weniger VOC enthalten als schwarzer Toner. Für die Vergabegrundlage des Umweltsiegels werden nach dieser Studie die Emissionshöchstwerte neu festgelegt.
  • 2008 wird im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) die krebserzeugende Wirkung von Nanopartikeln und anderen Stäuben nachgewiesen.[3] Die Wirkung von Ultrafeinstäuben ist ungefähr doppelt so stark wie die von klein-feinen und 5- bis 6-mal stärker als die von groß-feinen Feinstäuben. Der Tonerstaub in der Versuchsreihe wird bei dem Forschungsprojekt allerdings den groß-feinen Feinstäuben zugeordnet.
  • 2009 werden bei einem Test mit verschiedenen Laserdruckern von unterschiedlichen Herstellern Werte bis zu 275 Staubpartikel pro Kubikmeter Raumluft beim Druckvorgang nachgewiesen – ohne genauere Angaben zur Zusammensetzung. Als Vergleich: Im Straßenverkehr spricht man bei mehr als 200 Feinstaubpartikeln bereits von Spitzenwerten.
  • Aus Papier und heißem, geschmolzenem Toner entstehen während des Druckprozesses u. a. giftige flüchtige organische Verbindungen (TVOC), so eine australische Studie 2009. Diese bilden einen Polymerisationskern oder kondensieren in der Luft. Besonders auffällig sind dabei die Werte bei neuen Kartuschen, beim Druck mit einer hohen Auflösung sowie während des Fixierprozesses, wenn die Hitze ansteigt.
  • 2009 beschließt der Umweltausschuss des Bundestags, dass die Wirkung von Toner auf den Menschen nicht weiter erforscht werden müsse. Einvernehmlich wird festgelegt, dass man die Hersteller darin unterstützen will, die Geräte zu verbessern und die Emissionen zu verringern.
  • 2012 heißt es in einer Stellungnahme zum Merkblatt Tonerstaub der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), dass Personen mit Metallallergien jegliche Exposition gegenüber dem Allergen vermeiden sollten.
  • Seit 2014 werden die Emissionen aus Laserdruckern und -kopierern unabhängig von den Inhaltsstoffen begrenzt.
  • Einige der Inhaltsstoffe von Toner sind genschädigend und toxisch. In welcher Menge sie in der Größe von Ultrafeinstäuben bzw. Nanopartikeln emittieren und eingeatmet werden, ist umstritten. Bewiese...

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