Die oben erwähnten Vorteile der Unterweisungen mit elektronischen Hilfsmitteln treten allerdings nur dann auf, wenn ein paar Rahmenfaktoren professionell gehandhabt worden sind. Und selbst dann gibt es noch ein paar Nachteile, die teilweise bereits genannt worden sind. Die Vorteile der flexiblen Handhabung von Unterweisungsinhalten kommen nur dann zum Vorschein, wenn die Technik auch einwandfrei funktioniert und auf einem Stand ist, der professionelles Arbeiten auch zulässt. Dies erfordert z. B. regelmäßige Updates der Soft- aber auch der Hardware und natürlich auch einen leistungsfähigen Internetzugang. Dafür benötigen die meisten Unternehmen eine eigene IT-Abteilung (bzw. einen Verantwortlichen) oder einen geeigneten externen Dienstleister.

Auch die Inhalte müssen professionell aufgearbeitet sein. Sind die Inhalte schlecht aufbereitet, dann ist auch die Qualität aller damit durchgeführten Unterweisungen schlecht und der Vorteil der Standardisierung wird zu einem Nachteil. Die Standardisierung der Inhalte hat aber auch den Nachteil, dass das Vorwissen der Mitarbeiter zu bestimmten Inhalten immer unterschiedlich sein wird. Und eine Vorwissensabfrage, die den Wissensstand der Lernenden aufnimmt und entsprechend beim Unterweisen berücksichtigt, vor jeder Unterweisung mit elektronischen Hilfsmitteln erscheint nicht praktikabel. Und natürlich müssen die Inhalte auch hier überprüft und aktualisiert werden.

Der größte Nachteil bzw. die größte Schwierigkeit ist aber, die Verständniskontrolle zu gewährleisten. Dies scheint elektronisch nicht oder nicht einfacher als in der realen Welt machbar. Wie bereits oben erwähnt, reicht ein Multiple-Choice-Test aufgrund des Faktors Zufall nicht aus, um das Verständnis zu gewährleisten. Selbstgeschriebene Texte als Antwortformat würden sich zwar eignen, bräuchten aber jemanden, der diese kontrolliert, und wären damit wieder aufwendiger.

Ein weiterer Aspekt tritt auf, wenn die Mitarbeiter nicht die deutsche Sprache sprechen oder zumindest nicht so, dass davon ausgegangen werden kann, dass wirkliches Verstehen erfolgt. Hier müssten die Multiple-Choice-Items und -Antworten in die jeweilige Sprache übersetzt werden, und zwar so, dass auch der Sinn erhalten bleibt. Da erscheint der Dolmetscher bzw. die Führungskraft mit Fremdsprachenkenntnissen als bessere Alternative, sofern vorhanden.

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