Nach einer repräsentativen Umfrage aus dem Jahr 2018 der bitcom Research (Marktforschung für die Digitalwirtschaft) bieten 4 von 10 Unternehmen (39 %) Mitarbeitern an, von zu Hause aus zu arbeiten. Dieser Trend wird anhalten: Gab es im Jahr 2014 20 % Homeworker, waren es im Jahr 2016 bereits 30 %. Knapp die Hälfte der Unternehmen (46 %) erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass jede dritte Führungskraft auf Distanz führt.

Allerdings wird diese euphorische Einschätzung nicht von allen geteilt. Die häufigsten Vorbehalte gegen Heimarbeit sind: Arbeit im Homeoffice sei nicht für alle möglich, die Produktivität würde sinken, weil der Austausch mit den Kollegen fehle, gesetzliche Regelungen und die Datensicherheit sprächen gegen virtuelle Arbeit und die Identifikation mit dem Unternehmen verschlechtere sich. Jedes dritte Unternehmen spricht sich gegen Heimarbeit aus, weil die Mitarbeiter nicht jederzeit erreichbar seien und die Arbeitszeit nicht kontrolliert werden könne.[1]

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales liefert Zahlen zum mobilen und entgrenzten Arbeiten aus einer repräsentativen Betriebs- und Beschäftigtenbefragung, datiert von November 2015. Die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie:

  • In Deutschland herrscht immer noch eine starke Anwesenheitskultur. Grund dafür ist, dass in vielen Berufen die technischen und strukturellen Voraussetzungen für die Arbeit von zu Hause fehlen.
  • Das Arbeiten im Homeoffice wird verstärkt für Führungskräfte und im Dienstleistungssektor angeboten.
  • Räumlich und zeitlich entgrenztes Arbeiten ist v. a. in Berufen mit hoher Qualifizierung, hohem Zeitdruck und hoher Autonomie verbreitet sowie bei Frauen, die Kinder betreuen.
  • Beschäftigte, die räumlich und/oder zeitlich entgrenzt arbeiten, fühlen sich häufiger mit ihrem Betrieb verbunden.[2]

Eine Befragungsstudie der berufundfamilie Service GmbH und des Instituts für Beschäftigung und Employability (IBE) der Fachhochschule Ludwigshafen befasste sich mit Lebensentwürfen im Kontext der Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben. Die Ergebnisse zeigen, dass ein weiterer Aspekt beim Thema Führen auf Distanz nicht außer Acht gelassen werden darf: Die Attraktivität eines Arbeitgebers hängt heutzutage auch davon ab, wie individuelle Lebensentwürfe, Ziele und Interessen der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Eine familienbewusste und lebensphasenorientierte Personalpolitik kann oft das Zünglein an der Waage sein, was in Zeiten von Fachkräftemangel Unternehmen im eigenen Interesse zum Um- und Neudenken bewegen sollte.[3] Die Ergebnisse der Untersuchung "Vereinbarkeit 2020. Eine Studie zu familien- und lebensphasenbewusster Personalpolitik im Zeitalter der Individualisierung" können als PDF heruntergeladen werden.

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